Der Yukon Quest steht vor der Tür
Der Yukon Quest steht vor der Tür. Ich habe mich in der letzten Minute zum Rennen angemeldet. Zwar hatte ich das schon eine ganze Weile im Hinterkopf, aber für einen Großteil des Frühwinters liefen die Dinge nicht gerade rund. Um zu den Rennen zu kommen, brauche ich immer ein gutes Helfer Team. Genau dieses sollte ich nicht finden und hatte die furchtbarste Crew meiner Karriere. Das war mehr als frustrierend und nervenaufreibend. Anfang Januar hat sich das Blatt dann zum Glück gewendet und Jessie und ich bekamen endlich gute Hilfe. Für alle zukünftigen Dog Handler. Der Besitz eines Haushundes und die Tatsache daß Ihr vom Yukon träumt qualifiziert Euch nicht für den Job. Es disqualifiziert Euch. Das hier ist nichts für Träumer, sondern verdammt harte Arbeit. Wenn ihr einen technischen Hintergrund habt, eine Kettensäge bedienen könnt oder meine Snowmachine reparieren könnt, dann seid Ihr bei mir richtig. Idealer Weise habt Ihr als Dog Handler eine technische Ausbildung wie Zimmermann oder Mechaniker, denn dann könnt Ihr auch hart arbeiten und Kopf mit Händen verbinden. Ich kann nur von Glück reden, dass meine Renngäste so viel Verständnis für die Situation hatten und gewaltig mit angepackt haben. Auch bei den Hunden war die Saison eine Herausforderung. Jessie und ich haben viele junge Hunde trainiert, die zum Teil nicht uns gehören. Trotz vieler Meilen, langer Läufe und Campingtrips konnten wir die Hunde nicht durch die Mitteldistanz Rennen bringen. Noch nie habe ich so viele Hunde in Rennen gedropped ( zurück gelassen ). Hauptursache war mangelndes Freßverhalten. Ein Hund der nicht frisst, kann keine langen Distanzen fahren. Aber trotz allem hatten wir auch viele schöne Zeiten. Andy Moser war für 6 Wochen hier, wurde zum staatlich diplomierten Foxtail näher und hat mal wieder viele Rennen erfolgreich beendet. Wir waren mit 4 Teams am Sheep Mountain, was top organisiert war. 10 Tage später stand das Gin Gin 200 auf dem Programm mit 3 Teams. Ganz praktisch, dass das Gin Gin hier in Paxson startet und wir nicht mit dem Truck zum Rennen fahren mussten. Gleiches galt für das Copper Basin 300, wieder 10 Tage später in dem wir mit 2 Teams, Andreas Moser und ich, waren. Wieder konnten wir von zuhause anschirren. Kaum 10 Meilen im Rennen wurden wir erst mal richtig schön naß im knietiefen Overflow ( Wasser über dem Eis ). Da mir das Copper Basin so gut gefällt bin ich auch prompt das Copper Basin 320 gefahren und habe eine Abzweigung im Trail verpasst. Zwischen dem Copper Basin 300 und Kusko 300 sind wir nach Fairbanks gefahren um meinen Yukon Quest Food Drop und 3 Yukon Quest 300 Food Drops zu packen. Einige Tage lag ich auch im Bett mit einer Magengrippe. Für das Kusko müssen alle Hunde von Anchorage nach Bethel geflogen werden. Das ist nicht nur eine kostspielige Angelegenheit sondern auch ein gewaltiger logistischer Aufwand. Andy war noch spontan mit nach Bethel geflogen. Das timing war knapp und wir sind als die beiden letzten Gäste in den Flieger gestiegen. Bethel ist für viel Wind bekannt, und das sollte auch dieses Jahr nicht anders sein. In den Tagen vor dem Rennen blies es unaufhörlich und sollte dann bis zum Rennende mit 50 Meilen ( 80 km h ) Wind nicht anders werden. Obwohl wir 12 Stunden schneller als bei meinem letzten Kusko 300 waren, war ich nur auf dem 12 Platz. Das Kusko ist ein schnelles Rennen, vorwiegend auf dem Kusko Fluß. Es ist schon erstaunlich wie ein so kleiner Ort wie Bethel mit seinen 5000 Einwohnern ein solch großes Rennen mit $ 150.000 Preisgeld organisiert bekommt . Mitlerweile sind wir wieder in Paxson, der Truck ist aus- und umgepackt und morgen fahren wir nach Whitehorse zum Yukon Quest Start. 50 Hunde, 3 Teams fürs Quest 300, und ein Team für den 1000 Meiler. Hier die Endauswahl der Hunde: Durchschnittsalter 8. Austins 12. Tausendmeiler. Skunk, Tetsa, Finn ,Maggot, Inuk, Ruger, Grisman, Vasser, Govenor, Muncho, Toad, Saffron, Austin, Diesel. In Reserve: Gas, Spinner, Todd, Moss. Auf www.yukonquest.com könnt Ihr das Rennen verfolgen. Viel Spaß….. SebastianSab
