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Herbstupdate 2010

Hallo Blue Kennels Fans,

Dieser Rundbrief ist lange überfällig, das letzte Mal habe ich im Juni geschrieben, über den Lauf von Unalakleet nach Nome. Im Frühjahr war ich mir ziemlich sicher Nome zum letzten Mal gesehen zu haben, zumindest per Hundeschlitten oder in der näheren Zukunft. Sag niemals nie, bewahrheitet sich einmal wieder und die Dinge haben sich einmal wieder ganz anders entwickelt. Lange Rede, kurzer Sinn, Ende Juni habe ich mich wieder zum Iditarod angemeldet und war in Wasilla bei dem sogenannten “signup“.

Von dort bin ich dann nach Deutschland zu meinen Eltern geflogen, um 10 schöne Tage auf der Nordsee zu verbringen. Den Rest des Sommers war ich mehr oder weniger in Juneau und nachdem die Sommer Touren Saison dort frühzeitig Ende August zu Ende ging, sind die Hunde und ich wieder nach Whitehorse gezogen. Im Herbst war ich als Gastredner zu einem Hundeschlitten Symposium in Michigan eingeladen und habe dann dort noch die Gegend mit Claudia und Lee Nowak, 2 eingefleischten Iditarod Fans, unsicher gemacht. Die beiden haben mir Ihre Heimat, die Leeland Peninsula gezeigt, wir waren Segeln, Motorbootfahren und haben so einiges an guten Restaurants besucht. Ein toller Miniurlaub.

Die Hunde. Ich selbst hätte noch nicht einmal genügend eigene Hunde um am Iditarod teilzunehmen. Es ist kaum zu glauben, aber ich habe nur noch 22 eigene Hunde im Kennel. Viele meiner älteren Hunde genießen Ihr Altenteil auf verschiedenen Sofas um den ganzen Erdball verteilt. Einige wenige wie Franky und Jack machen hier die Gegend unsicher. Schon letzten Winter waren 6 von meinen Hunden von anderen Mushern, die meisten von Jon Little. Ich habe schon seit einigen Jahren keine Welpen großgezogen. Mir bleibt dazu einfach nicht genug Zeit zwischen der Arbeit mit den Touren im Sommer und dem Training des Haupt Renngespanns im Herbst und Winter. Dieses Jahr setzt sich das Team aus den besten Hunden von Aaron Burmeister vom Flat Dog Kennel in Nenana und Jessie Royers J Team zusammen. Ich bin mir an manchen Tagen nicht sicher, ob ich von Glück, oder Unglück reden soll, dass ich Freunde habe, die mir Ihre Hunde anvertrauen.

Jessie und ich trainieren gemeinsam diesen Winter und wahrscheinlich wird sich Jessie auch noch zum Iditarod anmelden. Der erste Teil des Herbst Trainings war in Whitehorse, dort habe ich große Auswahl an Trails, mit Hügeln, großen offenen Wiesen, Wasser aber leider auch viel Matsch. Wir mussten fast täglich alle Gerschirre waschen, damit die Hunde sich nicht wund reiben. Ohne fließend Wasser heißt das immer einen Trip nach Whitehorse fahren. In Whitehorse habe ich auch ein großes Freilaufgehege, wo die Hunde los machen kann, für die soganannte „ Happy Hour „, ohne Angst haben zu müssen, das die Bande auf Waipiti Hirsch Jagd geht. Es macht immer wieder Spaß, zu sehen wie verschiedene Hunde sich langsam zu einem Team zusammen raufen. Nach einigen Wochen hatte ich eine Kombination von Hunden gefunden, die gut mit einander auskommen. Neulich, als ich 20 Hunde mit in der Hütte hatte, hat mich Jessie gefragt warum ich nicht alle 31 mit reinnehme? Meine Hütte ist nur 5x7 Meter und der Platz ist doch etwas begrenzt. Bei 26 Hunden war dann das Maximum erreicht.

Der zweite Teil des Trainings, die letzten Wochen, waren wir wieder bei Gerhard am Aishihik Lake. Es lag nicht genug Schnee für den Schlitten. Jedes Jahr spanne ich immer die Hunde vor den Truck, um die 42 km lange Anfahrt auch gut zu nutzen. Jessie fuhr Ihr Gespann hinter mit am ATV. Da kam mir der Gedanke, warum wir nicht alle Hunde gemeinsam vor den Truck spannen. Gesagt, und getan, einen Tag später hatten wir alle 60 Hunde vor dem Truck, in 2 seperaten Gespannen a je 30 Hunden. Ich musste einige Befestigungen an der Stoßstange verstärken und die Kraft der Zugleinen auch auf den Rahmen umlenken, nicht dass die Hunde irgendwann ohne Truck losrennen. Nach anfänglichen kleinen Schwierigkeiten haben die Hunde sich schnell daran gewöhnt nebeneinander her zu laufen, und auf der jeweiligen Straßenseite zu bleiben. Gegenverkehr wurde zuweilen interessant. Ein großer Vorteil, war nicht nur dass wir sehr effizient alle Hunde auf einmal trainieren konnten, sondern dass Jessie und ich auch das jeweilige Gespann des anderen beurteilen konnten, dass sich die Hunde alle an einander gewöhnt haben und wir vor allem im WARMEN sitzen konnten, anstatt 12 Stunden auf dem ATV zu hocken. Da die Fahrerkabine im Truck zu klein ist, haben wir wenigstens beim Camping oben im Freien auf dem Truck geschlafen.

Nun stehen wir meilenmäßig gut im Training und nutzen die Tatsache, dass die Hunde etwas Pause brauchen dazu, dass wir nach Paxson umziehen. Während hier in Whitehorse mal wieder kein Schnee liegt, und das am 15 November.... das ist selbst für diese schneelose Ecke ein Rekord, haben wir in Paxson ca 30 cm.

Der Denali Highway ruft. Die Schlitten sind gepackt, wir räumen noch die letzte Ausrüstung zusammen, dann zieht die Karawane Richtung Norden. Mein Ziel ist es im Iditarod einen guten, idealerweise den ersten, Platz zu erreichen. Wie gut ich fahre....., dass wird sich über die Zeit zeigen. Ich war (und bin) mit meinem 7. Platz letzten Winter sehr zufrieden. Lance gewinnt das Iditarod immer mit einem sehr gutaussehendem Team. Jedes Jahr sehe ich Musher, die nur um vorne im Feld dabei zu bleiben, Ihre Teams über die Leistungsgrenze fahren. Diese Grenze habe und werde ich nicht überschreiten. Dieses Jahr habe ich entlang des Yukon Rivers gemerkt, dass ich einen Gang runter schalten muß, um die Hunde nicht härter zu fahren, als ich sie trainiert hatte. Der 7 Platz war das Beste, was ich unter den Umständen erreichen konnte.

Es kommen auch einige Renngäste zu Besuch diesen Winter. Wir werden mit mehreren Gespannen am Sheep Mountain 150, GinGin 200, Copper Basin 300 starten. 2 Teams sind zum Quest 300 gemeldet. Ob wir auch noch ein Team in dass 1000 Meilen Yukon Quest stecken, ist noch nicht sicher. Derzeit fehlt mir dazu noch die nötige Hilfe.... gute Hilfe.

Wir haben einige neue Sponsoren , MSANNAS Books hat meine Iditarod Startgebühr übernommen und die Pike Legal Group übernimmt die Kosten für alle Hundebooties.

Ich habe viele Anfragen für Touren bekommen, doch mich entschlossen diesen Winter erst nach dem Iditarod einige spezielle Touren entlang des Denali Highways zu machen, und mich vorher voll auf die Rennen zu konzentrieren. Das ist auch der Grund, warum ich die Blue Kennels Webseite noch nicht upgedated habe. Im Sommer bin ich dann wieder mit den Hunden in Juneau Alaska auf dem Glescher um dort mit Coastal Helicopters Hundeschlitten Touren anzubieten. www.coastalhelicopters.com Über die nächsten Wochen werden ich einige Updates über die neuen Hunde schreiben. Für alle Facebook Freunde von Euch, dort bin ich etwas schneller im Updaten, hier der Link: www.facebook.com/Sebastian.Schnuelle.Fanpage

Ich wünsche Euch einen schönen Herbst und Frühwinter,

Sebastian und Team

Sab

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