Iditarod 2009, Teil 4: Zieleinlauf ...
Ich war beim Lauf von Shaktoolik nach Koyuk im letzten Newsletter stehengeblieben:
Der Wind hatte uns voll im Griff. Oft konnte ich nicht mehr von einem Trail-Marker zum anderen sehen. Wir sprechen hier von nur ca. 100 Meter Sichtweite. Die Hunde haben versucht den Schneewehen auszuweichen und sind im Zickzack drum herum gelaufen. Wenn dann allerdings zum falschen Zeitpunkt eine Böe kam, wurde das gesamte Team vom Kurs geweht, und ich musste anhalten und die Leithunde wieder in die richtige Richtung dirigieren. Dieses Spiel wiederholte sich zusehends und selbst Nemo wurde immer unsicherer. Ich habe Finn neben Inuk gespannt, 2 Brüder. Inuk hat allerdings immer wieder versucht sich hinter Finn vor dem Wind zu verstecken. Das ging nicht gut. Finn fackelt eh nicht lange, bevor seinen Nachbarn beißt, und nach zwei dieser Episoden hatte Inuk dann genug und hat sich auch hingesetzt. Finn hingegen schien vom Wind relativ unbeeindruckt. 15 Hunde, das ist eh eine ungerade Zahl, als habe ich Finn alleine in Single-lead laufen lassen. Und siehe da, nun lief die Bande wieder recht flüssig. Ich musste nur alle halbe Stunde anhalten, denn das Schneetreiben hat den Hunden (und auch mir) die Augen zufrieren lassen. Viel Zeit konnte ich mit dem Augensaubermachen allerdings nicht verbringen, denn dann fingen die ersten Hunde an sich einzurollen. Die Zeit kroch nur so dahin. Ich hatte keine Ahnung, wie weit wir schon gekommen waren. Über uns kreisten immer wieder Flugzeuge, zum Teil blieben sie im Gegenwind genau über dem Team stehen. Ich habe mich gefragt, was die Touristen bei unserem Anblick wohl denken. Bei einem meiner zahlreichen Stopps fiel mir auf, dass Austin sich immer im Schnee gewälzt hat und auch ansonsten gute Dinge war. Austin, bei dem ich keine Ahnung habe, wie alt er ist, der mal aus dem Whitehorse-Tierheim kam. Neben Finn gespannt und wieder wurden wir ein paar Zehntel pro Meile schneller. Plötzlich kommen die ersten Grashalme zwischen dem Schnee hervor, ein sicheres Anzeichen, dass wir bald an der anderen Seite angekommen sind. Das hatte nicht nur ich bemerkt, sondern auch die Hunde und auf einem Schlag waren wir wieder auf normaler Reisegeschwindigkeit. Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich die Leistung der Hunde (und Musher) vorwiegend im Kopf abspielt. Dann kamen die ersten Schneemobile mit Fotografen in Sichtweite und ehe wir uns versahen kamen wir in Koyuk an.
8 Stunden Laufzeit, das dauert normalerweise knappe 6 Stunden. Insgesamt waren wir 15 Stunden von Unalakleet unterwegs, unter wirklich widrigsten Bedingungen.
Dafür sah die Bande recht frisch beim Einlaufen in den Checkpunkt aus. Endlich habe ich mal wieder Lance gesehen, zumindest sein Team, was am Rasten war. Leider war hier kein richtig windgeschützter Platz zu finden. Zuerst habe ich Moose gedroppt. Moose ist der Bruder von Lance langjährigem Leader Larry. Ob Moose wohl gesehen hat, das sein "altes" Team nur wenige Meter von uns entfernt lag? Nicht nur sah Moose müde aus, er hat auch nicht vernünftig gefressen, da war er bei den Tierärzten besser aufgehoben. Mit 14 Hunden hatte ich wahrlich noch keinen Hundemangel und wollte keinerlei Risiko eingehen.
Das Versorgen der Hunde war ein Akt. Immer wieder sind die Hundeschalen weggeweht. Der Kocher war unsagbar langsam im Wind. Dann musste ich wieder mühsam die Fleecedecken mit Schneebroken beschweren, damit sie nicht sofort wegwehen. Trotzdem sollte ich hier einiges an Verlusten mit Fleecedecken machen. Man war ich froh einige Stunden Schlaf zu bekommen. Vor allem im Warmen zu sitzen. Als ich um kurz vor 21 Uhr nach meinen Hunden geschaut habe, fuhr Lance gerade los. Er hatte noch 15 Hunde und das Team sah extrem gut aus. Kurzzeitig hatte ich den Gedanken, ihm zu folgen. Lance hätte 15 Hunde gehabt und 9 Stunden Rast. Ich 14 Hunde und 4 Stunden Rast. Die Rechnung geht aller Wahrscheinlichkeit nach nicht auf. Lieber Spatz in der Hand, als Taube auf dem Dach, wir bleiben noch einige Stunden hier. Eine halbe Stunde nach dem Lance abgefahren war, kam John Baker an. John wohnt in Kotzebue. Er ist diesen Wind gewohnt.
Im Checkpunkt habe ich dann im Gespräch überhört, dass sich Aaron Burmeister und Mitch Seavey an der Shelter Cabin beim Felsen befinden und, dass noch kein weiteres Team Shaktoolik verlassen hat. Damit stand meine Entscheidung ganz fest. Auf jeden Fall noch mal einige Stunden schlafen. Als ich um 2 Uhr wieder aufgestanden bin, hatte sich die Lage noch nicht verändert. Windig wie die Hölle, kein weiteres Team war angekommen und John schien auch nicht sonderlich in Eile zu sein, denn der schnarchte neben mir. Ich habe dem Team eine zweite Mahlzeit gegeben, immerhin waren wir nun schon 8 Stunden hier, eigentlich wirklich Zeit loszufahren. Losfahren oder noch mal hinlegen? Hinlegen hat gewonnen. John und ich sprachen uns ab gegen 6 Uhr morgens gemeinsam loszufahren.
Gesagt, getan, um kurz vor 6 ging es wieder los. Der Wind hatte etwas nachgelassen, was aber bei weitem nicht hieß, dass es windstill war. Die Hunde liefen verdammt schlecht los. Auch sahen sie um 2 Uhr in der Nacht besser aus, als jetzt um 6 Uhr. Das zeigt mir wieder einmal, dass eine lange Pause nicht unbedingt gut für die Hunde ist. Der Trail war zwar gut markiert, der Wind nun von der Seite, aber das Schneewehen-Zickzacklaufspiel begann von neuem. Meistens ließ ich die Hunde sich ihren eigenen Weg suchen, so lange wir ungefähr in die richtige Richtung liefen. Lediglich am Moses Point war ich mir manchmal nicht mehr so sicher in Trailnähe zu sein, denn Trailmarker waren hier fast keine. In der Distanz konnte ich aber den Hügel von Elim sehen, die Richtung stimmte. Hinter mir in ca. halben Meile Abstand war John. Ich musste mehr oder weniger die ganze Zeit auf der rechten Kufe stehen und mit aller Kraft den Schlitten gegen die Wind halten, damit wir nicht seitwärts abdrifteten. Ich war sehr froh, als wir nach 7 Stunden, um 13 Uhr in Elim ankamen.
Eigentlich hatte mein Plan, dem ich schon seit Kaltag nicht mehr folgen konnte, vorgesehen, dass wir hier durchfahren. Als mir die Checker erzählten, dass nach wie vor kein weiteres Team in Koyuk angekommen ist, habe ich mich auf der Stelle umentschieden. Wieder war die Verlockung groß, Lance hinterher zu fahren, denn er war erst vor 2 Stunden aufgebrochen. Wie mir meine Erfahrung im Quest gezeigt hat sind 2 Stunden kein unüberwindbares Hindernis. Andererseits schien mir der 2. oder 3. Platz sicher zu sein, durch die Tatsache, dass kein weiteres Team bisher Koyuk erreicht hatte. Auch die Tageszeit mit 13 Uhr war geradezu verlockend für eine Pause. Wenn John durchgefahren wäre, hätte ich nur kurz gefüttert. John war allerdings auch froh mich hier rasten zu sehen und hat schnellstens das Stroh für seine Hunde ausgebreitet. "Sebastian, die hübscheste Frau von Elim kocht uns gerade ein Mittagessen", hatte John, der wie immer schneller mit dem Versorgen der Hunde fertig war als ich, herübergerufen. Dieser Verlockung konnte ich schlecht wiederstehen. Auch nahm sich John die Zeit mir einige hilfreiche Tipps mit meinem Bootieproblem zu geben. Daran muss ich in der kommenden Saison arbeiten, so auf die Schnelle konnte ich meine Routine in dieser Hinsicht wirklich nicht ändern.
Das Mittagessen war in der Tat vorzüglich. Ich war dankbar hier etwas zu essen zu bekommen, denn meinem Rennplan gemäß hatte ich hier keine vorgekochte Mahlzeit hingeschickt. Auch war mir bewusst, nicht allzu lange hier bleiben zu können, denn ich hatte auch nur das Minimum an zugelassenem Hundefutter hier. Wir baten die Checker uns zu wecken, sobald das erste Team Koyuk erreicht. Viel zu früh für meinen Geschmack kam dieser Weckruf, um 16.30 Uhr. Das Timing für die Hunde war allerdings gut. Nach 4 Stunden 30 Minuten ging es um 17.30 Uhr wieder los. Diese 4,5 Stunden Pausen scheinen die beste Länge für die Hunde zu sein, denn die standen mal wieder kläffend beim Anschirren da. Das nach 850 Meilen ist schwer geil. Meine gute Laune sollte mir jedoch bald vergehen, denn kaum losgefahren habe ich bemerkt das Popcorn vorne rechts leicht gehumpelt hat. Und tatsächlich beim Untersuchen konnte ich eine Zerrung im Trizeps finden. So ein Mist, da die Hunde schon so lange verletzungsfrei waren, war ich bei meinen Untersuchungen im Elim nachlässig gewesen. Umdrehen und Hund droppen. Nee das gibt es nicht. Also habe ich die Schulter einige Minuten massiert, bis mich John eingeholt hat, Popcorn dann einen Schulterwärmer angezogen und bin weiter gefahren. Bergauf war ich deutlich schneller als John, allerdings hat er mich dann nach dem Little MacKinely bergab überholt. Ich wollte mit Popcorn, der mittlerweile wieder flüssig lief, kein Risiko eingehen.
Auf der Golovin Bay angekommen sind John und ich dann in kurzem Abstand hintereinander gefahren. Ich musste stetig auf der Bremsmatte stehen, der Trail auf dem Eis war perfekt. Nach einer Weile habe ich John überholt und dann die Matte hochgebunden und die Hunde ihr eigenes Tempo finden lassen. Durch Golovin hindurch zu fahren, hatten wir keine Probleme. In der Vergangenheit hatten wir uns hier auch schon mal um einen Laternenpfahl gewickelt. Im Vorbeifahren hat mir eine ältere Frau eine Plastiktüte in die Hand gedrückt. Klar, habe ich sofort auf etwas Essbares gehofft. Statt dessen kam ein paar handgestrickte Socken zum Vorschein. Das ist mal wieder einer speziellen Momente im Rennen. Die Socken haben nun einen Ehrenplatz in meiner Cabin, eine wunderschöne Erinnerung an einen tollen Lauf.
Wir kamen um ca. 1 Uhr nachts in White Mountain an. Lance, der auf seinem Weg zum 3. Iditarod-Gewinn in Folge war, stand zur Begrüßung dort. Wir haben uns eine Weile über das Rennen, den Sturm und unsere Teams unterhalten, bevor wieder jeder seinen Tätigkeiten nachging. John kam ca. 30 Minuten nach mir an. White Mountain war ungewöhnlich ruhig. Nur 3 Teams, nahezu keine Medien und auch die sonst übliche Kinderschaar war nicht da. Das war ein eindeutiger Vorteil der ungünstigen Tageszeit. An Popcorn konnte ich die Schulterverletzung nicht mehr finden, trotzdem habe ich ihn eine Weile massiert. Das Team hat wieder gut gefressen. Den Alarm hatte ich mich für 7.30 Uhr gesetzt. Das war ja fast wie zu Hause, eine richtige Nacht Schlaf. Normalerweise schmeiße ich hier immer alles aus dem Schlitten, um für den letzten Lauf möglichst wenig Gewicht zu haben. Dazu war ich dieses Mal nicht nur zu faul, sondern ich sah auch die Notwendigkeit nicht. Ich hatte mich entschieden Popcorn hier zu lassen. Der verstand die Welt nicht mehr und hat den Tierarzt hinter sich her gezogen, um wieder zu seinem Team zu kommen. Ich hatte noch immer 13 Hunde, die extrem gut drauf waren, da war Gewicht sparen nicht notwendig. Lieber war es mir die Ausrüstung und vor allem die ganzen Hundedecken für Nome zu haben.
Irgendwie war es mir dann gelungen so viel Zeit zu vertrödeln, dass ich doch glatt 4 Minuten zu spät von meiner 8 Stunden Pause aufgebrochen bin. Um kurz vor 9 ging es wieder los, bei Sonnenschein und Windstille. Das Team lief wie tadellos. Wir waren auf dem 2. Platz. Life was grand! Von John hinter mir war keine Spur. Der Trail hat viele Schräghänge, wo man immer auf der rechten Kufe fahren muss. Meine Arme wurden immer länger. Yonder, der seit nunmehr 1950 Meilen ununterbrochen in Single-wheel lief, hat sich zum idealen Wheeldog entwickelt. Er hat wie ein Irrer versucht den Schlitten vom seitlichen Abrutschen zu bewahren. Mir ist es wohl bekannt, dass es nicht gut ist einen Hund immer in Wheel zu fahren, aber Yonder ist in allen anderen Positionen unbrauchbar, da er mit jedem Nachbarn Streit anfängt und wenn er keinen Nachbarn hat, sich zum Hintermann umdreht. Da bleibt halt nur Wheel übrig. Von Westen tauchten die ersten Flugzeuge aus, ein sicheres Anzeichen, dass die Journalisten nicht mehr mit Lances Zieleinlauf beschäftigt waren. Wie immer habe ich mein Team kurz vor der Topkok Schutzhütte zum Füttern angehalten. Das darauf folgende Blowhole, hat einem Namen mal wieder alle Ehre gemacht. Seitenwind von rechts, wieder einige Stunden auf der rechten Kufe "hängen„, stehen konnte man das nicht nennen. In Safety habe ich kurz angehalten und alle Hunde gesnackt und allen Hunden eine Kurzuntersuchunge gegeben. Keine Beanstandungen, also weiter ging es. Noch 22 Meilen.
Zum einen bin ich immer froh, wenn die letzten Meilen kommen, endlich bald wieder vernünftig schlafen. Zum anderen packt mich aber auch die Wehmut, wieder ist ein schöner Trip zuende, und es wird Zeit ins "normale„ Leben einzutauchen. Da ich John Baker auch vom Cape Nome aus nicht sehen konnte, wurde mir langsam bewusst, dass wir wohl wirklich den 2. Platz behalten werden. Schwer geil, das nach dem Quest-Gewinn hätte ich nicht erwartet. An der ersten Straßenüberquerung standen mein Vater, Bruder, Libby und einige Freunde. Meinen Vater konnte ich schon von weitem an seinem markanten Hut erkennen, eine Bömmelmütze, die er schon seit 50 Jahren als Markenzeichen trägt. Woher ich wohl meine Sturheit habe? Anzuhalten habe ich mich jedoch nicht getraut, wer weiß, was dann noch schief geht, es ist nur noch eine halbe Stunde bis ins Ziel.
Der Zieleinlauf war gandios. Schon viele Meilen vorher standen unzählige Autos an der Straße, Zuschauer am Trail, die mich beglückwünschten. Um 19.05 Uhr haben wir dann die Zielline überquert. Meine Freundin, Familie und einige Bekannte hier zu haben war der bisher schönste Empfang, der diesem Iditarod noch die Krönung aufgesetzt hat. Ich war stolz auf mein Team, alle 13 Hunde hatten sowohl den Quest als auch das Iditarod beendet. Während der gesamten 2000 Meilen hat Inuk wohl die Hauptarbeit in Lead geleistet hat, war Finn jedoch der Retter in der Not, denn ohne ihn, weiß ich nicht, was auf dem Lauf nach Koyuk passiert wäre. Finn, der sonst eher ein scheuer Kollege ist, scheint sich seiner Leistung bewusst zu sein, denn so selbstsicher habe ich ihn noch nie gesehen. Das der alte Austin noch mal beide Rennen benden sollte ist auch erstaunlich, das gleiche gilt für Gas und Diesel. Nemo hat mich zwar auf dem Norton Sound etwas enttäuscht, but nobody is perfect. Saffron war wie immer der unauffälligste Hund im Team. Denali, auch er war zum wiederholten Male in Nome. Grisman, Vasser, Yonder und Scruggs haben mich hoffentlich langsam mal als ihren neuen Chef akzeptiert. Ricky war mit 4 Jahren der jüngste Hund im Team, dieses war sein 2. Iditarod-Finish mit mir.
Ich frage mich immer wieder, was diese Hunde antreibt. Woher nehmen sie die Energie, nach einem 15-Stunden-Lauf, bei 50 kmh Gegenwind im nächsten Checkpunkt anzukommen und dort kläffend zu stehen und weiterlaufen zu wollen? In Koyuk war ich ziemlich am Ende meiner Kräft, und das obwohl ich mich nur stundenlang vor dem Wind verkrochen habe, während die Hunde unaufhaltsam weiterziehen. Wo liegt die Grenze?
Mein Dank gilt meinen vielen Helfern. Mir ist mehr als bewusst, dass ich von meinen Helfern oft viel, wenn nicht sogar zu viel verlange. Dieser Winter war besonders hart, erst hatte ich echte Probleme im Herbst im Oktober und dann noch mal im Januar. Wie immer im Leben, sind hohe Ziele nur unter Entbehrungen zu erreichen. Das hat mir wiederum auch einen Motivationsschub gegeben, ganz klar nach der Devise: Nach dem vielen Scheiß und der vielen Arbeit, muss jetzt auch was vernünftiges dabei rauskommen. Andy, der mich immer regelmäßig damit nervt, das ich was schreiben soll, hat mich auf die Idee gebracht mal einen Handlernewsletter zu schreiben. Das werde ich tun, das gibt eine August-Ausgabe. Das harte Training hat leider einige Freundschaften schwer in Mitleidenschaft gezogen, wobei ich hoffe, dass die Zeit dort die Wunden heilt. Aber auch hat es einige neue Freundschaften geschaffen bzw. gestärkt.
Natürlich bekomme ich oft die Frage, warum es diesen Winter so gut lief. Eine eindeutige Antwort habe ich darauf nicht. Viele Faktoren kamen hier zusammen:
Zum einen war das Handlerteam, welches letztendlich übrigblieb wirklich gut. Ich konnte mich zur entscheidenden Zeit, ab Februar wirklich nur auf die Hunde konzentrieren. Das Training lief noch strukturierter als in den vergangenen Jahren. Vor allem die frühen langen Meilen, die Campingtrips auf dem ATV bei Gerhard halte ich für sehr wichtig. Das hat dem Team eine sehr gute Trainingsgrundlage gegeben. Ganz klar war auch die Qualität des Teams höher, da ich meine besten Hunde mit Rick Casillos besten Hunden kombinieren konnte. Der letzte Faktor, der mir in den Sinn kommt, ist die Tatsache, das der Quest mein 9. Tausenmeiler war, der Iditarod mein 10. Mit jedem Rennen kam etwas mehr Erfahrung, machmal positiv,manchmal negativ.
Mein Team für 2010 bleibt nahezu unverändert. Ich habe mir allerding von Jon Little dessen besten 4 Hunde hinzugeleast, Hunde, die dieses Jahr nach dem Quest bei Mitch Seavey und Jeff King im Iditarod-Team liefen. Von allen 4 bin ich hellauf begeistert. Obwohl ich mir nie gedacht hätte, dass es einen noch schlecht gelaunteren Hund gibt als früher grumpy Jack. Antelope schlägt das aber um Längen. Den werde ich wirklich nur allein laufen lassen können, hoffentlich vor Yonder.
Was mein Ziel für 2010 ist? Ich hatte mir vorgenommen mich bei jedem Iditarod zu verbessern. Das lässt nicht viel Auswahl. Ob ich allerdings wirklich antreten werde, ist noch etwas ungewiß. Da spielen auch noch andere Faktoren im Leben eine Rolle. Ich werde das Iditarod nur noch einmal mitfahren, wenn ich das Ziel auch wirklich realistisch für erreichbar halte.
Die meisten Bilder aus dem Album von Jeff Schulz oder Anchorage Daily News können als Print oder auf Tassen, etc. bestellt werden.
Sab

