Suche  deutsch english français

Rennbericht Yukon Quest (Andy)

Meet the mushers night
Am Mittwochnachmittag trafen sich alle Musher im Wedgwood Resort in Fairbanks um 240 Poster zu signieren und andere administrative Dinge zu erledigen.
Im Anschluss gab es etwas zu essen und die Bevölkerung konnte sich die Musher einmal aus der Nähe betrachten - dies hieß mehr Autogramme, etwas Smalltalk und einige Fotos.
Es hat mir Spaß gemacht, den Leuten ihre Fragen zu beantworten.

Musher-Meeting
Am Donnerstag stand dann bereits um 13:00 Uhr das Musher-Meeting auf dem Programm. Fast wäre ich zu spät gekommen, da wir zum Füttern von Judys Hunden etwas länger als geplant brauchten - dies hätte mich dann 500$ Strafe gekostet. Am Musher-Meeting werden nochmals die wichtigsten Regeln durchgegangen, die Trailbreaker informieren über den Zustand des Trails und man hat die Möglichkeit Fragen zu stellen. Am Abend trafen wir uns dann alle am Startbanquet. Die beiden Gründer des YukonQuest, Roger Williams und LeRoy Shank führten durch den Abend - es gab einige Geschichten aus alten Zeiten und ein gutes Buffet zur Stärkung.
Und dann war es soweit - die Ziehung der Startnummern. Ich zog Nummer 14 aus dem Bunny-Boot und musste auch noch eine kurze Rede halten.

Der Start
Mein Team: Tang - Herring, Ibex - Libby, Eagle - Casper, Suhmo - Leroy, Buckley - Hobo, Kritter - Lucky, Eagle (M) - Free.
Bei -35°C und Sonnenschein waren wir um 8:30 Uhr auf dem Startgelände in Downtown Fairbanks. Es gab nicht viel zu tun, denn meinen Schlitten hatte ich bereits in Paxson gepackt, also fütterten wir die Hunde und warteten. Gegen 11 Uhr machten wir dann die Hunde bereit, um 11:30 Uhr wurden wir von einem Skidoo abgeholt und auf den Chena River geführt. Der Weg zum Start war bereits mit Leuten gefüllt. Und so fuhren wir um 11:39 Uhr durch die Spalier stehenden Leute über die Startlinie. Es war eine tolle Atmosphäre - die Leuten winkten und klatschten und etwas später bekam ich sogar ein Sandwich gereicht. Der Trail folgte bis North Pole dem Chena River. In North Pole fuhr ich ohne Stopp durch, da ich Stroh bereits vom Start mitgenommen hatte.
Der Trail führte nun weiter durch waldiges Gelände und nach insgesamt etwa 4:30 Stunden auf dem Trail lenkte ich mein Team auf eine Nebenspur und legte eine Rast ein. Das Füttern ging rasch vonstatten, da ich mir bereits vom Start Wasser mitgenommen hatte musste ich nun keinen Schnee schmelzen.
Das Thermometer war inzwischen auf -48°C gefallen und so brauchte ich etwas länger als geplant, um die Hunde für den nächsten Lauf wieder fertig zu machen (Booties anziehen, Dogblankets kontrollieren), doch nach 4 Stunden Pause sind wir wieder auf dem Trail.

Gute 2 Stunden später verfahren wir uns, zusammen mit Frank Turner, und brauchen mehrere Versuche den richtigen Trail zu finden. Wahrscheinlich hatten wir irgendwo einen Trailmarker übersehen (oder es war gar keiner dort) und als wir dann den richtigen Trail kreuzten, haben wir die Marker natürlich falsch interpretiert. Frank hatte seine Brille verloren und konnte daher die Marker nicht mehr so gut erkennen und meine Hunde folgten seinem Gespann, da er kurz vor uns war. Nachdem wir kurz darauf nochmals kurz vom Trail abkamen, verlief der Rest des Laufes ohne weitere Probleme und am Himmel erstrahlten einige Nordlichter.

Die Ankunft im Checkpoint Chena Hot Springs stellte mich dann allerdings doch nochmals vor Probleme - es gab einfach zu viele, verwirrende Marker und zu viele niedergefahrene Absperrungen. Doch schlussendlich kamen wir an und mein Team wurde von einem Tierarzt untersucht - nur Free war etwas zu dünn, ansonsten erhielt ich ein Lob.

Nach 2 Stunden checkte ich wieder aus und wir verluden die Hunde in den Truck, da die Strecke von Chena Hot Springs nach Mile 101 dieses Jahr nicht mit den Hunden gefahren wurde. Die gut 5 Meilen auf dem Bergrücken von Rosebud Summit hatten keinen Schnee und ausserdem war eine Herde von 40.000 Karibus auf dem Trail, welche sich nicht vertreiben ließ. Da die Straße nach Mile 101 wegen Schneeverwehungen erst noch geräumt werden musste, erhielten alle Teams eine Zusatzpause von 13 Stunden.

Kurz vor 19 Uhr verließ ich Mile 101 - der Wind hatte nachgelassen und Brent Sass hatte vorige Woche einen Trainingslauf gemacht und gute Schneeverhältnisse auf der Abfahrt von Eagle Summit vorgefunden - so war ich zuversichtlich, dass ich Eagle Summit bezwingen würde. Bereits auf den ersten Meilen kamen mir zwei Teams entgegen, die sagten, dass ihre Hunde nicht weiter berauf gegangen wären.
Kurze Zeit später kamen wir auf eine große Eisfläche und ich hatte Mühe das Team auf den rechten Pfad zu bringen. Von einem Tangle zum nächsten rutschten wir über die Eisfläche.
Der weitere Trail war größtenteils vom Wind zugeweht, aber dank der guten Trailmarkierung trotzdem gut zu finden. Als es dann allerdings aufwärts ging, blies uns der Wind direkt ins Gesicht und ich konnte wegen des aufgewirbelten Schnees teilweise nur meine hintersten 6 Hunde sehen. Dann kamen wir in einer großen Schneeverwehung zum Stehen, meine Leithunde drehten um und schon hatte ich einen riesigen Knoten. Mehrere Versuche die Hunde dazu zu bewegen gegen den Wind den Berg zu erklimmen blieben leider erfolglos und so entschloss ich mich zu Mile 101 zurück zukehren. Mein eigener Trail, welchen ich vor etwa einer halben Stunde gefahren war, war bereits wieder völlig zugeweht.
Als wir wieder auf die Eisfläche kamen, riss Eagles Neckline und er lief neben dem Schlitten. Leider rutschte der Schlitten gerade in diesem Moment in seine Richtung direkt auf ein Gebüsch zu. Ich versuchte den Aufprall zu gut wie möglich mit meinem Körper abzufangen, dann schnell alle Tuglines los, nicht, dass die anderen noch weiterziehen. Nachdem ich Eagle befreit hatte, kontrollierte ich ihn und konnte erleichtert feststellen, dass er sich nicht verletzt hatte. Nach gut 3 Stunden kam ich wieder im Checkpoint an, bettete meine Hunde auf Stroh und legte mich ebenfalls bis zum Morgen ins Bett.

Die ganze Nacht hörte ich den Wind um die Hütte pfeifen und so entschied ich mich am Morgen das Rennen hier zu beenden, obwohl kein Grund aus Sabs Scratchliste (gebrochene Knochen, kranke Hunde) vorlag - aber ich hatte das Gefühl, dass ich es nicht schaffe.

Andreas

4. Mai 2008
Das Kobuk 440,
4. April 2008
Iditarod Rennbericht Teil 2
27. März 2008
Iditarod 2008 Teil 1
24. Februar 2008
Rennbericht Yukon Quest (Andy)
3. Februar 2008
Rennbericht KuskoSwim 300
26. Januar 2008
Rennbericht Copper Basin 300 (Andy)
8. Januar 2008
Rennbericht Knik 200 (Andy)
1. Januar 2008
Rennbericht GinGin 200
27. Dezember 2007
Sturm auf dem Denali Highway
14. Dezember 2007
Der Denali ruft
23. November 2007
Laufen wie der Wind
20. Oktober 2007
Neues Fotoalbum


Impressum ¦ Kontakt ¦ Sponsoren