Rennbericht KuskoSwim 300
Gestern Abend war ich nahe dran den Andy rauszuschmeißen, alle 5 Minuten hat er mich darauf hingewiesen, dass ich noch den Kusko300-Bereicht schreiben müsse, und überhaupt, dass ich noch gar keinen Rennbericht geschrieben habe. Damit hat er leider recht. Zu meiner Entschuldigung möchte ich nur sagen, dass ich in den letzten 5 Wochen 5 Rennen gefahren habe, dazu die Organisation von den 3 Tausend-Meilern, die bevor stehen sowie einer italienischen Dokumentation, die ich beim Quest begleiten werde. Viel Zeit bleibt da nicht, aber das soll kein Gejammere sein, allenfalls die Erklärung für meine Schreibfaulheit.
Das GinGin, Knik und CopperBasin hat Andy ja schon gut beschrieben, da brauche ich nicht mehr viel ergänzen, das CopperBasin war für mich ein interessantes Rennen, von der Seite, dass ich nicht mein Gespann, sondern Rudis Gespann im Rennen hatte. Seit dem Herbsttraining bin ich diese Hunde nicht mehr oft gefahren und dementsprechend haben sie auch auf mich reagiert. Mit Salty und Angel in Lead ging es los, obwohl ich relativ verhalten gestartet bin, kam es nach ca. 30 Minuten zum ersten Überholmanöver, wo sich Salty prompt erst mal hingesetzt hat. Na, das kann ja heiter werden, dachte ich mir - und so wurde es auch, denn mit dem Überholen hatte ich so meine Probleme. Salty in Wheel gesteckt und Spike vorne rein ging besser. Aber, als wir dann aus Paxson raus sind, war langsam klar, wer das Sagen hat und die Bande lief ganz passabel. Als wir am Morgen des Starts die Hunde in den Truck luden, habe ich in allerletzter Sekunde noch Skunk eingeladen, reine Gefühlssache. Eine Entscheidung, die sehr wichtig war, denn ganz klar, ohne Skunk als den einzigen Leader, der mich vernünftig kannte, wäre das Rennen sicher anders ausgegangen. So kam ich auch mit der kleinen Skunky in Single Lead ins Finish. Lance, von der ich Skunk habe, hat bei dem Anblick nur den Kopf geschüttelt und sich wahrscheinlich gefragt, warum er mir den Hund verkauft hat. So war ich mit dem 7. Platz im CB sehr zufrieden, vor allem aber auch mit der Tatsache, dass Rudis Team sehr gut aussah. Leichtsinnigerweise hatte ich mich auch zum Kusko300 angemeldet, einem Rennen, das ich immer schon mal fahren wollte. Zum einen ist die Anreise sehr beschwerlich und teuer, man muss von Anchorage nach Bethel fliegen, zum anderen hat das Rennen den Ruf sehr schwer zu sein, so dass ich es bisher immer gescheut habe.
Organisatorisch war das Ganze wirklich eine Herausforderung, denn es wird zeitlich knapp: Samstag CB300-Start, Montagabend CB300-Finish, Fahrt nach Paxson, erst mal wieder schlafen, im CB hatte ich nur 4 Stunden Schlaf bekommen. Dienstag hat die Crew die CopperBasin-Ausrüstung aus dem Truck geladen, dann das Kusko-Equipment wieder eingeladen: Food-Drops für das ganze Rennen, Food-Drops für meinen Aufenthalt in Bethel, Stroh ( kostet $ 35 in Bethel! ), Schlitten und dann 14 Airline-Kennel zum Hunde fliegen. Irgendwie hat das Ganze dann auch in und auf den Truck gepasst.
Während ich den ganzen Tag im „ Büro„ war, wurde daußen gepackt. Das es an diesem Dienstag stark geschneit hat, war nicht hilfreich. Ziemlich ausgelaugt hatte ich mich entschieden, das CopperBasin-Banquet sausen zu lassen, etwas, was ich für sehr unhöflich finde, denn dieses Banquets sind unsere Chance uns bei der Renn-Organisation zu bedanken. Lieber wollte ich allerdings noch mal 2 Stunden schlafen. Daraus wurde nix, das Telefon klingelt und am anderen Ende kam die Ermahnung: „You better get your butt down here to the Banquet„. O.k. O.k , Message verstanden, ich setze mich in den Truck und fahre los. So kam ich auch genau pünklich zur Siegerehrung an, neben meinem 7. Platz bekam ich den Sportsmanship Award - das war wohl der Grund, warum ich besser erscheinen sollte.
Direkt nach dem Banquet sind Laird und ich nach Anchorage gefahren. Laird, der auch im CB gehandlet hatte, schlief beim Fahren sofort ein. Lange 4 Stunden später bei Northern Air Cargo angekommen (um 3 Uhr nachts). Alle Airline-Kennels zusammenbauen, Hunde rein, Ausrüstung wiegen, $ 1600 Flugkosten zahlen (Autsch), dann Laird zum Bus fahren, damit er zurück nach Glennallen kommt, zum Flufhafen fahren, Parkplatz suchen, einchecken und ab in den Flieger. Weder vom Start noch von der Landung hatte ich etwas mitbekommen.
In Bethel angekommen wurde ich freundlichst empfangen, von Joe Kleijka dem Dogtruck-Koordinator und meinem Host Mike Bricker. Bevor ich mich versah, waren alle Hunde verladen, die Kennels konnte ich freundlicherweise bei Northern Air Cargo lassen, die verdienen wirklich einen Orden für ihren Service. Kein Baum in Sicht in Bethel. Wir fuhren zu Mikes und Nenas Haus aus wunderschönem Zedernholz. Nur, wo die Hunde anbinden ohne Bäume und vor allem ohne Windschutz. Unter dem Eingang vom Haus, hatte Mike ein kleines Gehege für ihren Haushund gebaut, der altersgemäßhalber aber mittlerweile nur noch im Haus wohnt. IDEAL, dort alle Hunde rein, von allen Seiten mehr oder weniger windgeschützt. Bzw. fast alle Hunde rein, Kavik und Gas, weil wie immer grumpfig, musste ich separat draußen anbinden. Im Haus hatte ich ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad, echter Luxus, den ich schon seit Monaten nicht mehr hatte. Außer schlafen habe ich vor dem Rennen zugegebenermaßen nicht viel gemacht. Meine Gastfamilie, Mike und Nena, war der perfekte Gastgeber und hat schnell erkannt, dass mir Ruhe am wichtigsten war, ich hatte ihren Truck zur Verfügung, so dass ich zu den Musher-Meetings fahren konnte, besser hätte ich es nicht erwischen können.
Organisatorisch war das Ganze wirklich eine Herausforderung, denn es wird zeitlich knapp: Samstag CB300-Start, Montagabend CB300-Finish, Fahrt nach Paxson, erst mal wieder schlafen, im CB hatte ich nur 4 Stunden Schlaf bekommen. Dienstag hat die Crew die CopperBasin-Ausrüstung aus dem Truck geladen, dann das Kusko-Equipment wieder eingeladen: Food-Drops für das ganze Rennen, Food-Drops für meinen Aufenthalt in Bethel, Stroh ( kostet $ 35 in Bethel! ), Schlitten und dann 14 Airline-Kennel zum Hunde fliegen. Irgendwie hat das Ganze dann auch in und auf den Truck gepasst. Während ich den ganzen Tag im „ Büro„ war, wurde daußen gepackt. Das es an diesem Dienstag stark geschneit hat, war nicht hilfreich. Ziemlich ausgelaugt hatte ich mich entschieden, das CopperBasin-Banquet sausen zu lassen, etwas, was ich für sehr unhöflich finde, denn dieses Banquets sind unsere Chance uns bei der Renn-Organisation zu bedanken. Lieber wollte ich allerdings noch mal 2 Stunden schlafen. Daraus wurde nix, das Telefon klingelt und am anderen Ende kam die Ermahnung: „You better get your butt down here to the Banquet„. O.k. O.k , Message verstanden, ich setze mich in den Truck und fahre los. So kam ich auch genau pünklich zur Siegerehrung an, neben meinem 7. Platz bekam ich den Sportsmanship Award - das war wohl der Grund, warum ich besser erscheinen sollte.
Direkt nach dem Banquet sind Laird und ich nach Anchorage gefahren. Laird, der auch im CB gehandlet hatte, schlief beim Fahren sofort ein. Lange 4 Stunden später bei Northern Air Cargo angekommen (um 3 Uhr nachts). Alle Airline-Kennels zusammenbauen, Hunde rein, Ausrüstung wiegen, $ 1600 Flugkosten zahlen (Autsch), dann Laird zum Bus fahren, damit er zurück nach Glennallen kommt, zum Flufhafen fahren, Parkplatz suchen, einchecken und ab in den Flieger. Weder vom Start noch von der Landung hatte ich etwas mitbekommen. In Bethel angekommen wurde ich freundlichst empfangen, von Joe Kleijka dem Dogtruck-Koordinator und meinem Host Mike Bricker. Bevor ich mich versah, waren alle Hunde verladen, die Kennels konnte ich freundlicherweise bei Northern Air Cargo lassen, die verdienen wirklich einen Orden für ihren Service. Kein Baum in Sicht in Bethel. Wir fuhren zu Mikes und Nenas Haus aus wunderschönem Zedernholz. Nur, wo die Hunde anbinden ohne Bäume und vor allem ohne Windschutz. Unter dem Eingang vom Haus, hatte Mike ein kleines Gehege für ihren Haushund gebaut, der altersgemäßhalber aber mittlerweile nur noch im Haus wohnt. IDEAL, dort alle Hunde rein, von allen Seiten mehr oder weniger windgeschützt. Bzw. fast alle Hunde rein, Kavik und Gas, weil wie immer grumpfig, musste ich separat draußen anbinden. Im Haus hatte ich ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad, echter Luxus, den ich schon seit Monaten nicht mehr hatte. Außer schlafen habe ich vor dem Rennen zugegebenermaßen nicht viel gemacht. Meine Gastfamilie, Mike und Nena, war der perfekte Gastgeber und hat schnell erkannt, dass mir Ruhe am wichtigsten war, ich hatte ihren Truck zur Verfügung, so dass ich zu den Musher-Meetings fahren konnte, besser hätte ich es nicht erwischen können.
Der Rennstart vom Kusko ist abends um 18:30 h auf dem Kusko River. Um 17 h startet das BogusCreek150, ein Rennen, das mehr oder weniger nur von einheimischen Mushern gefahren wird. Ich hatte Nummer 2 gewählt, die Nummern-Ziehung wurde live im lokalen Fernsehen übertragen. Der Start ist hier ein „double barrel start„: 2 Teams verlassen nebeneinander gleichzeitig die Startline, mit Nummer 1 war Paul Gebhard neben mir. Für den Start hatte mir eine mir unbekannte Musherin einen Truck zur Verfügung gestellt, was die Gastfreundschaft zeigt: Wo sonst bekommt meinen einen vollgetankten Dogtruck vor die Tür gestellt, von einem Musher, den man noch nicht einmal kennen gelernt hat?Beim Anschirren wurde es dann zeitlich eng, auch kein Problem, kurz durch den Lautsprecher angesagt, dass ich noch Helfer brauche, schon hatte ich mehr helfende Hände, als ich zählen konnte. Die Zeitansage kam von Shelly Gill, einer guten Freundin von Libby, die auch in Homer wohnt, schade, dass Libby nicht in Bethel sein konnte. 3-2-1 go, und los ging es. Wie üblich wurde ich gleich am Anfang des Rennens wieder von vielen Gespannen überholt, ein Effekt, der sich bei dem Doppel-Start noch verstärkt. Das Starter-Feld war auch nicht von schlechten Eltern: Mitch Seavy, Jeff King, Hugh Neff, Ed Iten, John Baker, Ramey Smith, Martin Buser, um nur einige zu nennen.
Das Kusko hat die Besonderheit nur 10 Stunden vorgeschriebene Rastpausen zu haben, im Vergleich zu 22 Stunden auf dem CopperBasin300. Vor dem Rennen hatte ich die Vorjahreszeiten studiert und mich für den „John Little„-Schedule entschieden, der auf dem Hinweg eine 2-stündige Pause auf dem Trail Nähe Bogus Creek vorsieht. Mit Stroh und Futter beladen, war ich deutlich langsamer unterwegs, als die anderen Gespanne. Im ersten Checkpunk, Tuluksak, nur kurz ein- und ausgecheckt, nach 50 Meilen. Bei Bogus Creek, nach 75 Meilen, dort drehen die 150 Miler-Gespanne um, habe ich dann auch - wie geplant - gerastet. Alle Hunde haben gut gefressen und nach 2 Stunden ging es weiter. Paul Gebhard hatte den gleichen Plan und hat in Sichweite gerastet. Auf dem Weg nach Kalskag weitere 25 Meilen entfernt (bei Meile 100), konnten wir einige Gespanne überholen. Der Wind nahm stetig zu und vom Trail war nicht mehr viel zu sehen. In Kalskag wollte ich nur kurz ein- und auschecken, aber das war gar nicht so einfach, zum einen war das Hundefutter weit weg, zum anderen musste man die gleiche Uferböschung wieder runter, dann aber scharf nach links abbiegen. Paul Gebhard war nur 15 Minuten vor mir aus dem Checkpunkt gefahren, aber von seinem Trail war keine Spur mehr. Nach einiger Überzeugungsarbeit kam das Team dann aber wieder in Schwung.
Der Wind nahm stetig zu. Um die nächste Flussbiegung herum wurden wir, Hunde und Schlitten, vom Wind komplett vom Trail geweht, ein Nachteil vom Tail-Dragger ist, dass er bei Seitenwind ein große Angriffsfläche bietet. Beim Versuch Maggot und Nemo eine Hundedecke anzuziehen, wurden mir diese vom Wind gleich aus der Hand gerissen und verschwanden im Dunkeln. Bloß nicht zu lange stehen bleiben, sonst sind wir komplett eingeweht. Auf dem Fluss gibt es einen Truck-Trail und einen Hunde-Trail. Anhand der Markierungen war mir bewusst, dass ich nicht mehr auf dem Hunde-Trail war, egal, hauptsache in die richtige Richtung. In der Morgendämmerung kamen wir an einem völlig eingewehten Suzuki Jeep vorbei, kurz danach wurden wir erneut vom Trail geweht. Maggot aus dem Lead genommen, die kleine Skunk als Ersatz und weiter ging es. In einem Seitenarm war dann plötzlich fast windstill, dort haben wir uns erst mal „neu sortiert„, den Hunden die Decken übergezogen, ein paar Snacks verteilt. In 200 Meter Entfernung konnte ich den Wind wieder toben sehen. Eigentlich war hier nur ein kurzer, 3-stündiger Lauf bis nach Aniak geplant, aber daraus sollte nichts werden. 4,5 Stunden nach dem Verlassen von Kalskag kamen wir dort - ziemlich durchgeschüttelt und müde - als 2. Gespann an. Auch Paul war es nicht deutlich besser ergangen. Uns war gleich klar, das unser „Rennplan„ leider bei diesen Bedingungen in die Hose geht. Der Wind tobte zwar weiter, aber mittleweile waren die Temperaturen deutlich über Null Grad, und damit gab es keine Schneeverwehungen mehr. Die Gespanne, die in Kalskag gerastet hatten, brauchten eine knappe Stunde weniger für die 30 Meilen.Beim Untersuchen meiner Hunde musste ich eine Schulterverletzung bei Popcorn und ein Sprunggelenk bei Gas feststellen, beides wiederkehrende Verletzungen aus dem „Knik-Kampf„ den ich im Team hatte. Dort hatte sich während meines Aufenthaltes im Checkpunkt mein Fronthaken gelöst, alle Hunde in einem riesen Knoten verheddert und bei einem Kampf wurden 4 meiner Haupt-Hunde verletzt: Popcorn, Gas, Diesel und Keeper. Für Popcorn und Gas war das Kusko-Rennen der erste Lauf danach und leider kamen beide Verletzungen wieder. Obendrein hatte Storm beim Sturm „einen Moralischen„ bekommen. Nach 6 Stunden Pause ging es wieder auf den Trail, Popcorn und Storm habe ich in Aniak zurückgelassen, Gas war wieder mit von der Partie. Der Wind hat weiterhin getobt, fast wie aus einem Fön hat es geblasen. Den Kusko River verlassend ging der Trail zum Pike Lake. Zwischendrin liegt so einiges an Hügeln, die der Wind vom Schnee freigeweht hatte. Alle Bäche hatten knöcheltiefes Wasser und der Pike Lake stand auch unter Wasser.
Auf dem Hinweg hatten wir Rückenwind, sehr angenehm. Vor mir konnte ich die Stirnlampen der vorderen Musher sehen, die schon vom Halbweges-Punkt zurück kamen. Rohn Buser war in Lead, gefolgt von Ed Iten, Dee Dee Jonrowe, Hugh Neff.... Ich war mittlerweile auf den 17. Platz zurück gefallen, konnte aber einige Gespanne überholen und kam wieder als 13. in Aniak an. Diese Nachtfahrt im Vollmond und Sturm wird mir in Erinnerung bleiben. Das von den Hundepfoten aufgewirbelte Wasser war wie die Gischt beim Segeln.
Ziemlich durchnässt habe ich mich entschieden in Aniak eine weitere, ungeplante 4-stündige Pause zu machen. Das „Thema Rennen„ hatte sich bei meiner Platzierung eh erledigt, lieber allen Hunde noch mal eine Pause geben und eine gute Mahlzeit. So bin ich wieder als 16. aus Aniak heraus gefahren. Der Wind hatte mittlerweile deutlich nachgelassen und der Lauf nach Kalskag verlief ohne große Zwischenfälle und auch deutlich schneller als auf dem Hinweg, wir waren bei Meile 200 angekommen. Kurz ein- und auschecken, die Booties und Hundedecken aus dem Food-Drop nehmen und weiter ging es.
Mit den Food-Drops in Kusko, das ist auch so eine Sache, denn alles was man dort hineinsteckt, bekommt man nicht wieder. Mein Schlitten war schon ziemlich gefüllt mit Booties und Decken. Es kam mir vor, als wenn mein Team nur so dahin schlich, jedoch sollte ich auf dem Weg nach Tuluksak zahlreiche Musher einholen und mit 6hr 13 min auch eine schnelle Zeit für die 50 Meilen fahren.
Von Bogus Creek bis Tuluksak wurde der Trail immer schlechter, auf einmal waren meine 4 Leader weg und kurz nach einem Biberdamm in einem Wasserloch verschwunden. Skunk, Nemo, Callie und Maggot rochen nach ihrem Bad nicht so angenehm und waren auch einheitlich braun. Mittlerweile war mehr Wasser als Trail zu sehen und ich war heilfroh in Tuluksak anzukommen. An Rast war hier jedoch nicht zu denken. Eine Horde Kinder nahm Team und Schlitten in Beschlag, ich wusste gar nicht, wie viele Kids in einen Schlitten passen. Ich muss aber zugeben, dass ich die Kids nach 250 Meilen, völlig durchnässt, nach einer Stunde gar nicht mehr lustig fand. Zum Glück kamen einige Lehrer zu meiner Rettung. Im Checkpunkt waren noch Gespanne wie Hugh Neff, Martin Buser, die ich nicht erwartet hatte wieder zu sehen. Eigentlich waren hier nur 4 Stunden Zwangspause vorgeschrieben, aber ich habe dem Team extra Rast gegeben, vor allem in der Hoffnung, dass am Abend der Trail wieder gefriert, leider sollte dem nicht so sein.
Gegen 22 Uhr bin ich wieder los, nachdem ich noch Gas und Austin gedroppt hatte. Für Austin war es das erste Mal, nach vielen Jahren Rennen, dass ich ihn zurücklassen musste. Nicht schlecht für einen Hund den Trevor mal aus dem Whitehorse-Tierheim erstanden hatte. Mit 10 Hunden ging die Wasserschlacht weiter, auf dem Tuluksak River war vom Trail noch etwas zu sehen, als wir dann aber auf den Kuskokwim kamen war es mit dem Thema Trail vorbei. Das Ganze hatte eher etwas mit einer großen Seenplatte zu tun, dank Vollmond konnte man sich aber orientieren. Ich konnte mich noch erinnern, dass der Trail erst auf der linken Seite verlief, dann kurz vor Akaik auf die rechte Seite wechselte, so bin ich auch recht gut nach Akiak gekommen. Akiakchak war auch auf der rechten Flussseite, also beschloss ich, mich am rechten Ufer entlang zu hangeln. Das Wasser war jetzt zum Teil knietief bzw. schultertief für die Hunde. Mir war schon lange nicht mehr so kalt wie auf diesem Run, alles war klatschnass, oft musste ich vorne zu den Hunden laufen, diese in die (hoffentlich) richtige Richtung ziehen, denn wer geht schon freiwillig schwimmen.
Auf dem Hinweg hatten wir Rückenwind, sehr angenehm. Vor mir konnte ich die Stirnlampen der vorderen Musher sehen, die schon vom Halbweges-Punkt zurück kamen. Rohn Buser war in Lead, gefolgt von Ed Iten, Dee Dee Jonrowe, Hugh Neff.... Ich war mittlerweile auf den 17. Platz zurück gefallen, konnte aber einige Gespanne überholen und kam wieder als 13. in Aniak an. Diese Nachtfahrt im Vollmond und Sturm wird mir in Erinnerung bleiben. Das von den Hundepfoten aufgewirbelte Wasser war wie die Gischt beim Segeln. Ziemlich durchnässt habe ich mich entschieden in Aniak eine weitere, ungeplante 4-stündige Pause zu machen. Das „Thema Rennen„ hatte sich bei meiner Platzierung eh erledigt, lieber allen Hunde noch mal eine Pause geben und eine gute Mahlzeit. So bin ich wieder als 16. aus Aniak heraus gefahren. Der Wind hatte mittlerweile deutlich nachgelassen und der Lauf nach Kalskag verlief ohne große Zwischenfälle und auch deutlich schneller als auf dem Hinweg, wir waren bei Meile 200 angekommen. Kurz ein- und auschecken, die Booties und Hundedecken aus dem Food-Drop nehmen und weiter ging es.
Mit den Food-Drops in Kusko, das ist auch so eine Sache, denn alles was man dort hineinsteckt, bekommt man nicht wieder. Mein Schlitten war schon ziemlich gefüllt mit Booties und Decken. Es kam mir vor, als wenn mein Team nur so dahin schlich, jedoch sollte ich auf dem Weg nach Tuluksak zahlreiche Musher einholen und mit 6hr 13 min auch eine schnelle Zeit für die 50 Meilen fahren.
Von Bogus Creek bis Tuluksak wurde der Trail immer schlechter, auf einmal waren meine 4 Leader weg und kurz nach einem Biberdamm in einem Wasserloch verschwunden. Skunk, Nemo, Callie und Maggot rochen nach ihrem Bad nicht so angenehm und waren auch einheitlich braun. Mittlerweile war mehr Wasser als Trail zu sehen und ich war heilfroh in Tuluksak anzukommen. An Rast war hier jedoch nicht zu denken. Eine Horde Kinder nahm Team und Schlitten in Beschlag, ich wusste gar nicht, wie viele Kids in einen Schlitten passen. Ich muss aber zugeben, dass ich die Kids nach 250 Meilen, völlig durchnässt, nach einer Stunde gar nicht mehr lustig fand. Zum Glück kamen einige Lehrer zu meiner Rettung. Im Checkpunkt waren noch Gespanne wie Hugh Neff, Martin Buser, die ich nicht erwartet hatte wieder zu sehen. Eigentlich waren hier nur 4 Stunden Zwangspause vorgeschrieben, aber ich habe dem Team extra Rast gegeben, vor allem in der Hoffnung, dass am Abend der Trail wieder gefriert, leider sollte dem nicht so sein. Gegen 22 Uhr bin ich wieder los, nachdem ich noch Gas und Austin gedroppt hatte. Für Austin war es das erste Mal, nach vielen Jahren Rennen, dass ich ihn zurücklassen musste. Nicht schlecht für einen Hund den Trevor mal aus dem Whitehorse-Tierheim erstanden hatte. Mit 10 Hunden ging die Wasserschlacht weiter, auf dem Tuluksak River war vom Trail noch etwas zu sehen, als wir dann aber auf den Kuskokwim kamen war es mit dem Thema Trail vorbei. Das Ganze hatte eher etwas mit einer großen Seenplatte zu tun, dank Vollmond konnte man sich aber orientieren. Ich konnte mich noch erinnern, dass der Trail erst auf der linken Seite verlief, dann kurz vor Akaik auf die rechte Seite wechselte, so bin ich auch recht gut nach Akiak gekommen. Akiakchak war auch auf der rechten Flussseite, also beschloss ich, mich am rechten Ufer entlang zu hangeln. Das Wasser war jetzt zum Teil knietief bzw. schultertief für die Hunde. Mir war schon lange nicht mehr so kalt wie auf diesem Run, alles war klatschnass, oft musste ich vorne zu den Hunden laufen, diese in die (hoffentlich) richtige Richtung ziehen, denn wer geht schon freiwillig schwimmen.
In Akiakchak angekommen, 15 Meilen vor dem Ziel habe ich dann noch vorsichtshalber Oso gedroppt, einen von Richis Hunden, der mir nach der ganzen Wasseraktion ziemlich müde erschien. Zu meiner Überraschung ging der Trail nun über Land weiter, daran konnte ich mich vom Hinweg gar nicht erinnern und voll Freude dachte ich mir, hurra, die haben den Trail über Land gelegt, damit wir kein Wasser mehr haben. 30 Minuten später endete der über-Land-Trail an einem Fluss. Vom Trail keine Spur, Marker keine Spur. Was nun? Vor den Hunden ins Wasser gegangen, wieder bis zu den Knien im Wasser. Der Fluss war der Gweek, ein Seitenarm des Kusko, ich war auf der linken Seite, musste aber ans andere Ufer. Langsam war mich auch klar, woher das Kuskokwim den Spitznamen "Kuskoswim" hatte. Am anderen Ufer angekommen, hatte Callie die Nase voll und ich musste sie in den Schlitten laden. 8 Hunde, einer im Schlitten, nicht Plan A. Ich konnte in der Enfternung die Lichter von Bethel sehen, ca. 10 Meilen entfernt. In einiger Entfernung blinkte auch immer wieder ein Licht, also erst mal dort hin, das wird wohl ein Musher auf dem Trail sein. Nur welchem Trail? Wasser überall, die Stirnlampe entpuppte sich als Dean Painter und Andy Angstman, der Trailbreaker, die beide ihre Schneemobile im Fluss versenkt hatten und dort ziemlich verloren in der Gegend standen. Ich bekam die Information, dass es noch 8 Meilen zum Ziel sind, der Trail aber weg wäre. Ich sollte mich bloß rechts halten, was einfacher gesagt, als getan war. Ich hatte 2 Thermoskannen mit Tee, eine davon habe ich den beiden überlassen. Fluchend haben wir uns weiter voran gearbeitet, plötzlich sah ich in einiger Entfernung links von mir einen Trailmarker, nichts wie da hin - um so größer war die Enttäuschung, das der Trailmarker nicht im Trail steckte, sondern im Fluss schwamm. Wieder zurück ans rechte Ufer. Langsam ging mir die Kraft aus und für einen kurzen Moment bekam ich Zweifel, ob und wie wir es die letzten 5 Meilen nach Bethel schaffen würden. Eine weitere halbe Stunde später kamen wir an der Abzweigung zur „Slough„ an, dort stand das „Nomans Land Schild„ sehr verloren im Wasser. Allerdings sollte es nun für die letzten 3 Meilen einfacher werden. Das Wasser nur noch knöcheltief, ging es im Zickzack Richtung Bethel, was man wieder Schlitten fahren nennen konnte.
Die Zielline war hell erleuchtet und es standen sogar einige Menschen dort, morgens um 5 Uhr. Unter anderem stand auch Mike, mein Gastgeber, dort mit seinem Truck, so war auch meine Frage beantwortet, wie ich wohl wieder heimkommen würde. Zu meinem Erstaunen war Jeff King nur 30 Minuten vor mir angekommen, obwohl er mehr als 6 Stunden vor mir in Tuluksack losgefahren war. Von Hugh Neff, der eigentlich schon längst hätte im Ziel sein sollen, hatte ich keine Spur gesehen. Augenscheinlich war ich nicht der einzige Musher, der auf den letzten 50 Meilen Probleme hatte. Die kleine Skunk verdient einen Orden, wieder einmal war sie der verlässlichste Leithund, und das nachdem sie in 5 Wochen jedes Wochenende ein Rennen gefahren war.Ich war froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, nix wie unter die warme Dusche bei meinen Gastgebern. Alle Zehen kamen wieder zum Leben. Am Nachmittag war das Abschluss-Banquet, der Saal mindestens genauso voll wie beim Yukon Quest.
Für den 9 Platz bekam ich $ 3.600 Preisgeld, was die Rennkosten aufgrund der teuern Anreise bei weitem nicht deckt. Einige Musher waren noch unterwegs, die habe ich wahrlich nicht beneidet. Mein Rückflug war für Mittwoch vorgesehen, Oso, den ich in Akiakchak, nur 15 Meilen vor dem Ziel gedroppt hatte, war bei meinem Abflug noch nicht zurück. Es war zu windig für die kleinen Propeller-Maschinen und zu tiefes Wasser für die Motorschlitten. Noch 2 weitere Tage sollte ich in Anchorage festsitzen, bis Freitag Morgen, als ich dann endlich Oso wohlbehalten von Northern Air Cargo abgeholt habe.
Fazit: Das Kuskoswim hat seinem Namen alle Ehre gemacht, ein anspruchsvolles Rennen, für das man viel Zeit einplanen muß. Insgesamt war ich für 3 Tage Rennen volle 9 Tage unterwegs. Auch muss das Team auf extrem lange Runs, bis zu 15 Stunden trainiert sein. Aber ich weiß, ich komme wieder, ich muss mir das Ganze doch mal ohne Wasser ansehen.
Seit meiner Rückkehr ist der Tagesablauf eigentlich nur durch lange Stunden am Computer und durch packen bestimmt. Erst Andys Quest-Food-Drop, den letzte Woche abgegeben, dann Rudis Iditarod-Food-Drop und nun mein Iditarod-Food-Drop. Insgesamt 142 Food-Drop-Säcke, oder 7.100 Pfund Futter und Ausrüstung. 3.500 Booties. Jetzt stehen 3 Vet-Checks an, Blutuntersuchungen bei den Hunden und obendrein muss ich mich auf die Flimcrew, mit der ich das Quest begleite, vorbereiten. Auch hier muss ich 16 Hunde, 2 Schlitten, 2 Schneemobile und die komplette Ausrüstung stellen. Schweren Herzens habe ich mich gestern von den All Alaska Sweepstakes Ende März abgemeldet. Aber die Logistik noch ein weiteres Fly-in-Fly-out-Rennen zu organisieren wird einfach zu knapp. Also wenn ich wieder schreibfaul bin, dann liegt das daran, dass wir bis über alle Ohren in Vorbereitungen stecken.Happy trails
Sebastian
Sebastian
Sab
