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Rennbericht GinGin 200

Die Männerkategorie startete um 12:00 Uhr, in der Reihenfolge der Anmeldung (nur Sebastian ließ sich ganz an den Schluss setzen, damit er ein Auge auf uns haben konnte), so dass Andrew, Dave und ich in dieser Reihenfolge die Männerklasse eröffneten. Während die anderen Musher ihre Gespanne an den Trucks für den Start vorbereiteten, fuhren wir direkt vom Kennel an die Startlinie.
Mein Team für diese 200 Meilen (320 km) war:
Tang - Spike
Abby - Free
Austin - Angel
Stevie - Attla
Chester - Rain
An der Startlinie bemerkte ich noch, dass Abby wohl zur Zeit läufig ist und so musste ich schnell noch die Positionen von Free und Angel tauschen.

Die ersten 30 Meilen (48 km) folgten dem Denali Highway und bereits auf den ersten Meilen wurde ich von einem Team nach dem anderen überholt. Bei Meile 13 fand ich sogar den Platz,  wo ich mich bei unserem Weihnachtlauf im Straßengraben vor dem Wind in Sicherheit gebracht hatte. Danach fuhren wir nördlich auf den Glacier Lake Loop - nun war der Trail nicht mehr so hart und besonders bei den kleinen Abfahrten musste man aufpassen die Schlitten nicht zu kippen. Und bereits bei einem der ersten kleinen Hügel hätte ich beinahe mein Team verloren - der Schlitten kippte nach rechts, ich hatte die Handlebar im Fall noch fest im Griff, doch dann kippte der Schlitten nach links und riss mir die Handlebar aus der Hand - glücklicherweise blieb er im Tiefschnee erst einmal hängen, so dass ich aufspringen und mir den Schlitten wieder schnappen konnte. Der Trail führte uns nun über Seen, umgeben von Bergen durch die Dämmerung - da mich Sab kurz nach der Abzweigung überholt hatte, ging ich davon aus, dass nur noch Dave hinter mir sei, bis ich plötzlich drei Stirnlampen hinter mir aufleuchten sah. Gegen 18:00 Uhr kam ich im Checkpoint McLaren Lodge an und die ganz normale Checkpoint-Routine nahm ihren Lauf: Sign-In mit Pflichtmaterialcheck, dann Gespann parken, Zugleinen der Hunde lösen, Booties ausziehen, Stroh verteilen, Fressen für die Hunde vorbereiten, füttern und zum Abschluss noch das eine oder andere Wehwehchen massieren, bevor auch ich mir eine Pause und etwas zu essen gönnen konnte.

Nachdem ich etwas gegessen hatte, legte ich mich irgendwo auf den Boden, um noch etwas Schlaf zu bekommen oder besser etwas zu dösen. Nach zwei Stunden kam Sebastian und meinte ich müsse aufstehen, meine Hunde seien nicht ruhig - also ich raus, zu den Hunden und schon einmal anfangen alles für die Weiterfahrt vorzubereiten. Um 0:44 Uhr ging ich eine Minute nach Dave auf den Trail. Vor uns lagen 110 Meilen (176 km) ohne Support - die ersten 37 Meilen (60 km) fuhren wir wieder auf dem Denali Highway, bevor wir dann auf den Susitna River fuhren und diesem südwärts folgten. Nach ungefähr 18 Meilen (30 km) trafen wir Andrew und Sebastian und machten ebenfalls eine dreistündige Pause, d.h wieder Hunde füttern, etc.
Nach unserer Pause ging es dann für weitere 10 Meilen (16 km) auf dem Susitna River, bevor wir die letzten 45 Meilen (72 km) auf dem McLaren River bis zur Lodge fuhren. Im Gegensatz zum Susitna River war der McLaren River nicht ganz so breit und der Trail war etwas abwechslungsreicher.
Als Dave zwei Musher überholte, konnte ich nicht gleich folgen und es dauerte eine Weile bis auch ich überholen konnte - anschließend ließ ich dann meine Hunde etwas schneller laufen und holte ein paar Teams ein, darunter auch Dave (ohne es zu realisieren).

Im Checkpoint machte ich Abby, in der Hoffnung auf etwas mehr Ruhe im Team, hinter dem Schlitten fest und tatsächlich es wirkte, die Rüden waren etwas weniger abgelenkt und legten sich zum Schlafen hin, dafür klaute mir Abby einen kleinen Sack voll Fleisch - ich bemerkte es allerdings bevor sie sich darüber hermachen konnte.
Laut Wettervorhersage, für den letzten Abschnitt zurück zur Paxson Lodge, waren wieder starke Winde angesagt, allerdings sollten die im Laufe der Zeit immer mehr abnehmen. Gegen 23:00 Uhr weckte mich Andrew und informierte uns, dass er nun losfahren würde, es aber immer noch recht windig sein - Dave und ich beschlossen in diesem Fall noch eine weitere Mütze Schlaf zu nehmen und etwas später loszufahren. Um 1:00 Uhr weckte mich Dave und wir machte uns an die Vorbereitung unserer Abfahrt - kurze Zeit später kam John Schandelmeier mit dem Skidoo zurück und ich konnte erfahren, dass es keinen Wind mehr auf dem Denali Highway hat.

Um 3:00 Uhr fuhr ich dann nach Dave los um noch die letzten 42 Meilen (67 km) bis ins Ziel hinter uns zu bringen. Der Highway bot nun natürlich keine besonderen Schwierigkeiten mehr und so machte sich langsam meine Müdigkeit bemerkbar und ich hatte so meine Probleme meinen Blick zu fokussieren. Nach 20 Meilen (32 km) passierten wir die Stellen, an denen es das letzte Mal ziemlich gewindet hatte und nun ein kühles Lüftchen wehte, überholte ich nun Dave und fuhr etwas zügiger dem Ziel entgegen.
Kurz vor den Ziel kam dann noch einmal eine Herausforderung in Form der Einfahrt zum Kennel, doch die Hunde fuhren ohne Probleme daran vorbei und schon gute 100m später waren wir im Ziel.
Ich fuhr dann mein Team in den Kennel, zog ihnen Booties und Harness aus und fütterte sie, bevor ich sie zu ihren Hütten brachte.

Alle 4 Bluekennels-Teams haben es ins Ziel geschafft und nur ein Hund musste gedropt werden.

Andreas

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