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Sturm auf dem Denali Highway

Ich war kaum richtig angekommen, da ging es auch bereits auf den ersten Trip.
Gegen 15:00 Uhr war mein Teams Richtung McLaren Lodge startbereit - Andrew und Dave waren bereits losgefahren und Sebastian fuhr nach mir los.
Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich die meisten meiner Hunde von meinem letzten Besuch her kennen würde, aber dem war nicht so - nur Tang war mir vertraut.
So sah mein Team aus:
Tang - Spike
Abby - Angel
Rain - Free
Kiana - Kali
Stevie - Attla
Chester - Leroy

Der Denali Highway ist leicht zu fahren, so ging die Fahrt gut voran und ich konnte die Hunde beobachten und die Landschaft geniessen. Etwa auf der Hälfte der Strecke holte mich dann Sebastian ein und danach ging es wieder alleine weiter durch die schneebedeckte Landschaft.
Gegen 19:00 Uhr kam ich nach einem ruhigen 70 km-langen-Lauf in der McLarenLodge an. Wir versorgten die Hunde und anschliessend wurden wir von Susi und Allen mit einem tollen Weihnachtsdinner verwöhnt. Gut gestärkt begaben wir uns zu Bett und konnte richtig ausschlafen.

Am nächsten Morgen standen wir um 9:00 Uhr auf, Hunde füttern und dann zum Frühstück. Der Wetterbericht sagte zu diesem Zeitpunkt Wind für den Nachmittag an. Genau nach Plan fuhren wir um 11:00 Uhr ab - zuerst Andrew, dann ich, dann Dave und Sebastian. Schon nach einigen Meilen wurde ich von Dave und Sebastian überholt.

Nach der Hälfte der Strecke nahm der Wind langsam zu - in der Ferne bot sich mir ein toller Anblick, vom Wind aufgewirbelter Schnee im Sonnenschein (da wusste ich noch nicht was auf mich zukommen würde).
Einige Meilen später hatte ich schon kräftigen Seitenwind und musste mich anstrengen nicht vom Highway gewindet zu werden. Bei Mile 22, Tangle River Inn, windete es mich dann doch kurz von der Strasse. Als ich meinen Schlitten wieder aus dem Strassengraben manövrierte, hatte ich einen kurzen Moment das Gefühl, dass mich jemand rufen würde, ich drehte mich um, konnte aber niemanden sehen und da die Hunde bereits wieder an den Leinen zogen, fuhr ich weiter (später stellte sich heraus, dass Dave nur drei Meter hinter mir stand und gegen den Wind anschrie).

Bei Mile 13 wurde der Wind so stark (ca. 60 - 70 km/h), dass ich nur noch auf der Strasse blieb, wenn ich auf der Strasse rutschend mit gekippten Schlitten fuhr, doch da mir klar war, dass ich dies nicht lange durchhalten würde, entschloss ich mich zu campen, d.h. ich zog die Hunde - es war gar nicht so einfach die Hunde davon zu überzeugen, dass wir nicht weiterfahren - und den Schlitten in den windabgekehrten Strassengraben, zog einigen der Hunde noch Überdecken über und kauerte mich hinter den umgekippten Schlitten. Der Wind peitschte mit 50-60 km/h über uns hinweg, während ich darauf wartete, dass die Situation sich verbessern würde.
Nach 2,5 Stunden tauchte plötzlich Sebastian auf einem Snowmoblie auf - wir holten die Hunde aus dem Graben und banden das Snowmobile hinten an den Schlitten - so konnte Sab mich auf der Strasse halten und die Geschwindigkeit bestimmen. Der Wind war allerdings so stark, dass wir zweimal beinahe beide von der Strasse gewindet wurden.
Doch wir schafften es bis Mile 8, wo der Wind dann nachliess und ich alleine weiter nach Hause fuhr, während Sab ebenfalls zum Kennel fuhr um nachzutanken und dann nach Dave zu suchen. Der Rest war dann wieder ohne weitere Vorkommnisse und Musher und Hunde hatten den Trip gut überstanden.

Sab war mit einem Handler und einem grösseren Snowmobile wieder aufgebrochen und fand Dave tatsächlich beim Tangle River Inn und brachte ihn ebenfalls mit Skidoo-Hilfe ins Kennel zurück.

Andreas

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