Kurzbericht Yukon Quest 2007
Vielen Dank für die Glückwunsch emails nach dem Yukon Quest. Ich hoffe Ihr hattet viel Spaß das Rennen am Computer zu verfolgen, und daß Euch etwas wärmer dabei war, als uns auf dem Trail. Dieses hier ist nur ein kurzer Bericht, denn jetzt wo ich dieses Zeilen schreibe, stehe ich mitten in der Vorbereitung für das Iditarod. Hier in Paxson haben wir das Haus ausgeräumt und vorallem aufgeräumt, denn morgen geht es nach Anchorage. Die Hunde sind schon vorgefahren und hatten dort heute Ihre Blutuntersuchungen und Ihr EKG, morgen dann den offiziellen Vet Check.
Das Quest ist mit einem Wort zu beschreiben: SAUKALT. Der erste Campout vor Braeburn war noch angenehm, mit ca. 20 Grad minus. Die nächste Nacht kurz nach Carmacks war mit minus 35°C schon frischer, aber das sollte erst der Anfang werden. Gegipfelt hat das ganze mit 57°C minus in Circle City, wo ich dann auch promt 16 Stunden im Checkpunkt geblieben bin. Ich hätte fast aufgegeben, so sehr hatte ich die Nase vom Frieren voll, aber nach einem langen Telefonat mit Libby habe ich mich dann entschieden doch weiter zu fahren, immer nur tagsüber. Im Nachhinein bin ich natürlich sehr froh darüber, vor jeder Etappe mußte ich mich allerdings schwer überwinden. Warm war es selbst tagsüber nicht, als ich nach Cirlce bei Carl Cokrines Cabin um 13 Uhr die Hunde angeschirrt habe, waren es immer noch 40°C minus, wärmer sollte es den Tag über nicht werden. Bisher habe ich klare und kalte Nächte immer sehr gemocht, jetzt haben diese Nächte jedoch eine andere Bedeutung für mich bekommen und ich sehe mehr das bedrohliche und gefährliche. Kleinigkeiten wie Handschuhe wechseln, etwas aus der Schlittentasche zu holen, mußten sorgfältig überlegt werden, denn waren die Hände erst mal kalt, gab es bis zum nächsten Checkpunkt fast kein Aufwärmen mehr.
Die Hunde haben die ganze Tour erstaunlich gut überstanden. Gas habe ich gleich in Carmacks mit einer Schulter Verletzung gelassen. Als nächstes dann Par in Dawson gedroppt, dann Franky in Eagle, Callie bei Slavens Cabin, Inuk in Circle und dann noch Raodstreak in North Pole. Ich war noch nie mit nur 8 Hunden bei einem 1000 Meiler angekommen. Zugegebener Maßen habe ich die gröbsten Fehler gleich am Anfang des Rennens gemacht, vorallem im 2. Lauf nach Braeburn die Hunde zu schnell laufen lassen.
Das Team im Finish waren:
Tang und Herring in Lead. Austin und Diesel. Skunk und Saffron, Popcorn und Nemo. Bis auf Saffron werde ich wohl die anderen 7 wieder mit in das Iditarod nehmen. Tang mit Ihren 10 Jahren hat Ihren 6. Tausend Meiler gelaufen. Ich war oft froh sie dabei zu haben, obwohl sie die meisten Zeit im Team lief und nicht in lead. Popcorn hat sich als guter Nachwuchsleader entwickelt, eben so wie Inuk.
Einige Freunde und Libby haben in Fairbanks am Finish auf mich gewartet, es waren lange 11 Stunden von Chena Hot Springs nach Fairbanks und ich war wirklich froh endlich anzukommen und ins Warme zu kommen. Bei dem Finishing Banquet gab es dann 2 Überraschungen für mich: Die Tierärzte haben mir den Vet´s Choice Award gegeben und meine Musher Kollegen den Sportsmanship Award. Für den letzteren gab es einen Grund, denn nachdem ich mein Team auf dem Eagle Summit hatte, bin ich 3 weitere Male wieder den Berg hinunter, um 3 Musher Kollegen hinauf zu helfen. Dazu werde ich aber mehr in meinem ausführlichen Bericht (im April) schreiben. Mit dem 7 Platz habe ich zwar ganz klar nicht mein Ziel der Top 5 erreicht, bin aber trotzdem zufrieden mit dem Ergebnis und der Tatsache überhaupt angekommen zu sein.
Viel Spaß beim Verfolgen des Iditarods........
Sebastian
Sab

