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Knik 200 (Andy)

Um 9 Uhr müssen wir am Knik Lake sein und um 11 Uhr geht das erste Team, der 54 gemeldeten, auf den Trail. Das Wetter ist gut und mit -10°C recht warm.
Mein Team: Spook -
Chevy ¦ Coon - Marmot ¦ Franky - Jack ¦ Eagle - Uno ¦ Otto - K2 ¦ Paws - Libby

Um eine ungefähre Vorstellung der Strecke zu haben, gab mir Sab die folgenden Meilenangaben:
13 Meilen – bis zum Nome Wegweiser
25 Meilen – bis zum Fluss (Big Su Crossing)
13 Meilen – bis Yentna
35 Meilen – bis zum Checkpoint

Ich mache mein Team auf dem zugefrorenen See bereit - Sab muss mich daran erinnern, dass ich die Hunde auch mal knuddeln soll, so aufgeregt bin ich - und starte um 11:54 Uhr.
Die ersten Kilometer folgen wir einem holperigen, vereisten Waldtrail und haben an vielen Kreuzungen darauf zu achten, dass wir auch auf dem richtigen Trail bleiben. Leider kann ich den Nome Wegweiser, welcher nach ca. 16 Meilen hätte auftauchen sollen, nicht finden, denn da wollte ich eigentlich ein Bild machen – anscheinend hatte irgend jemand das Schild geklaut.

Einige Zeit später überholt mich ein ausgerissener Husky mit Harness und läuft einige Zeit vor meinem Team her, als wir von einem anderen Team überholt werden, spielt er Führer für dieses Team. Ich habe später erfahren, dass der betroffene Musher seinen Hund kurz vor dem Checkpoint wieder ins Team bekam und gleich einpacken musste, da er so ausgepowert war.

Nach 3 Stunden komme ich zum Big Su Crossing und wir folgen nun dem Fluss. Nur kurze Zeit später überholt mich Sab, hat aber einige Probleme von mir weg zu kommen. Nun dauert es auch nicht mehr lange, da sehe ich auch schon die ersten Musher campen, aber unser Plan heisst durchfahren bis zum Checkpoint.

In Yentna ist es bereits dunkel und ich bin etwas zu weit rechts auf dem Trail und komme daher direkt zur Einfahrt, aber nach einigen Schwenkern nach links komme ich wieder auf den richtigen Trail. Etwas später fängt es an zu schneien und ich muss mich konzentrieren immer rechtzeitig die Marker zu sehen. Plötzlich komme ich an eine Stelle, an welcher viele Marker nach rechts zeigen und ich nur einen in einiger Entfernung auf der linken Seite sehe. Leider kann ich nicht erkennen, ob es sich um K200-Marker handelt, aber mein Instinkt sagt mir dass es eher nach links gehen müsste, da niemand etwas gesagt hatte, dass wir den Fluss wieder verlassen. In diesem Moment kommt noch eine andere Musherin – doch sie weiss auch nicht wo es lang geht. Und dann kommt ein weiterer Musher, welcher direkt den linken Trail wählt und somit ist für mich die Entscheidung gefallen – ich fahre ebenfalls dem linken Trail nach. Irgendein „Spassvogel“ hatte wohl die Marker mehrmals umgesteckt, denn im Checkpoint hörte ich von verschiedenen Mushern, dass sie die Marker entfernt hatten und den richtigen Trail damit markierten.

Wir drei überholen uns nun immer wieder einmal, doch nach einiger Zeit wollen mich die anderen nicht mehr überholen, sondern überlassen es mir den Trail zu finden. Immer wieder muss ich mir den Schnee aus den Augen reiben und hatte dabei völlig vergessen, dass sich auch auf meiner Stirnlampe eine dicke Schneeschicht gebildet hatte, doch nachdem auch diese entfernt war konnte ich wieder etwas besser sehen.

Nach ca. 9:30 Stunden haben wir die gut 145 km geschafft und erreichen den Checkpoint Skwentna – eigentlich bin ich müde und würde mich am liebsten irgendwo hinlegen. Aber erst heisst es für die Hunde ein Strohbett errichten, ihnen eine warme Mahlzeit zubereiten, etc. - glücklicherweise hatte es gerade mit schneien aufgehört. Doch nach einer guten Stunde ist auch dies erledigt und ich begeben mich nach drinnen um ebenfalls etwas zu essen und mich etwas auszuruhen.

Richtig schlafen kann ich nicht und um 3:45 Uhr mache ich mich bereit um wieder auf den Trail zu kommen. Leider habe ich mich in der Startzeit geirrt und somit verschenke ich 25 Minuten und fahre um 4:45 wieder weiter.
Der erste Teil des Trail verläuft etwas anders als der ankommende und nach einiger Zeit kommt plötzlich ein Kreuz, dass hier der Weg nicht weitergeht. Nachdem ich mir die Umgebung genau angesehen habe, komme ich zu dem Schluss, dass dieses Kreuz für die ankommenden Musher bestimmt sein muss und fahre weiter – mit Erleichterung stelle ich nach einiger Zeit fest, dass wieder K200-Marker auftauchen. Etwas später steht plötzlich ein Cooler auf dem Trail und dann auch noch Essgeschirr für Hunde – entweder hatte dies jemand vergessen oder musste einen Hund einladen und somit Platz schaffen.

Kurz vor Yentna sehe ich das erste Team an diesem Tag und werde überholt, doch etwas später kann ich die Musherin wieder überholen. Noch vor dem Big Su Crossing muss ich Uno in den Schlitten laden, da sie leicht zu humpeln anfängt und dies auf dem nun folgenden hulperigen Trail ziemlich ungünstig wäre. Ich fixiere sie im Schlittensack und schliessen den Sack damit sie auch drinnen bleibt. Als es dann holperiger wird kann ich sie allerdings nicht daran hindern ihren Kopf herauszustrecken und muss nun noch ein spezielles Augenmerk auf sie haben. Meine grösste Angst ist, dass sie an einer Stelle an welcher ich beide Hände an der Handelbar brauche versucht aus dem Schlittensack zu springen. Auf den folgenden Kilometern bekomme ich schon Halluzinationen und sehe immer wieder einen anderen Hund humpeln, aber glücklicherweise humpelt keiner wirklich.
Als wir einige Meilen vor dem Ziel wieder einmal einen Trail kreuzen, sehe ich auf der rechten Seite im anderen Trail eine Elchkuh mit ihrem halbwüchsigen Jungen – natürlich leider nur ganz kurz da ich ja nicht anhalten kann.

Nach über 11 Stunden haben auch wir es ins Ziel geschafft und alle Hunde sind in guter Verfassung. Die Hunde bekommen etwas zu essen, dürfen in ihre Boxen, der Schlitten wird ausgeräumt und auf dem Dach des Trucks festgezurrt und dann gehen wir ebenfalls etwas essen – diesmal geht alles ruckzuck, da Sebastian und Pierre einen Grossteil der Arbeiten für mich erledigen.
Um 19 Uhr ist dann das Musherbanquet – es gibt wieder etwas zu essen und die Verkündigung der Sieger.

Sab hatte es auf den 12 Platz geschafft und ich auf den 27ten – und somit habe ich mein erstes Qualifikationsrennen erfolgreich beendet.

Rennresultat

Andreas

27. Mai 2006
Der Trip über Eagle Summit
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