Suche  deutsch english français

Sheep Mountain 150 (Sab)

Andy nervt mich schon eine Weile endlich wieder einen Update für die Webseite zu schreiben und schlussendlich sind mir nun die Ausreden ausgegangen. Heute habe ich "zuhause" in Whitehorse angerufen, um herauszufinden ob es dort geschneit hat, aber es hat immer noch keinen Schnee und so werden wir bis zum Copper Basin Rennen nach Paxson zurückkehren, d.h. weitere 4 Wochen aus dem Truck leben in einer kleinen Cabin bei Zoya und John. Es war schön sich in den letzten Wochen nur aufs Training konzentrieren zu können, nur Hunde fahren, Fooddrops vorbereiten und über Hunde reden, etwas was ich schon seit Jahren tun wollte.

Das Sheep Mountain 150 war grossartig, ausser dass wir im Regen hin fahren mussten. Gerade rechtzeitig zum Rennen sanken die Temperaturen und wir hatten einen guten Start auf einem harten Trail. Ich verliess die Startline als erster auf einem unberührten und gut preparierten Trail. Gerade als ich den Schneeanker zog meinte Zack Steer, der Organisator des Rennens, zum mir, dass es sein könnte, dass ich bis zum Checkpoint in Eureka, 50 Meilen später, keinen anderen Musher mehr sehen könnte und ich dachte noch: Das war gar nicht schlecht. Zu meiner Überraschung passierte genau das und ich hatte einen der saubersten Runs seit langem und mit dem guten, harten Trail brauchte ich nur 4:16 Stunden für den ersten Teil. Dies brachte mich auf den zweiten Platz, nur Lance Mackey war 10 Minuten schneller, aber eine Menge Teams waren auch nur wenige Minuten langsamer. Nach der 5stündigen Pflichtpause verliess ein Team nach dem anderen den Checkpoint. Ich nahm Marmot aus dem Rennen, da ihm die Geschwindigkeit doch etwas zu schaffen machte und hatte wieder einen guten Run und sah keine Menschenseele. Zuerst hatte wir eine klare Vollmondnacht, doch dann kam dichter Eisnebel auf und es wurde ein gespenstischer Lauf. Trailmarkierungen tauchten aus dem Nichts auf und man musste wirklich aufpassen keine Abzweigung zu verpassen. Ich spürte, dass ich Zeit auf Lance gutmachte, ich wusste, dass er nicht weit vor mir war, aber ich war überrascht zu erfahren, dass er nur noch eine Minute Vorsprung hatte, als ich in Eureka ankam – ich hatte ihn im Nebel nie gesehen. Wieder war ich mit 4:15 Stunden eine schnelle Zeit gefahren und immer noch in zweiter Position. 8 Minuten hinter mir war eine starke Dreiergruppe mit Ken Anderson, Jason Mackey und Melanie Gould, somit waren nur 9 Minuten zwischen Platz 1 und 5 und noch 80 Kilometer zu fahren. Somit würde es auf den Weg zum Ziel bestimmt nicht langweilig werden. Nach der zweiten 5stündigen Pause hatte ich einige Zweifel betreffend Mickey und Eman, beide sind es eher gewohnt im Trab zu fahren als im Galopp und so entschied ich mich beim Start Eman aus den Rennen zu nehmen – dies war eine guten Entscheidung, ich wünschte nur ich hätte das gleiche mit Mickey gemacht. Schon bald hatte er Schwierigkeiten und ich musste ihn in den Schlitten nehmen. Einer nach dem anderen, Jason, Ken und Melanie, überholten mich, was mich etwas demoralisierte. Auf dem ganzen Trail gab es nur eine wirklich schlechte Stelle, wo es zum Squaw Creek hinunter ging und ich genau hier überschlug ich mich mit dem Schlitten. Ich brauchte einige Zeit bis ich all mein Material wieder vom Trail eingesammelt hatte. Ich war mir sicher, dass ich die anderen 4 Teams vor der Ziellinie nicht mehr wiedersehen würde. Die Hunde schienen darüber eine andere Meinung zu haben und legten an Geschwindigkeit zu und so holte ich zu Melanie auf und auf einem langen, geraden Stück konnte ich plötzlich 3 Teams vor mir sehen, alle nur eine Minute voneinander entfernt und noch 24 Kilometer zu fahren. Wir halfen alle unseren Hunden mit Skistücken, rennend oder pedalend und es machte Spass sich gegenseitig zu überholen – wir hatten ein richtiges Rennen am Laufen, als wir den Trail parallel zum Highway erreichten. Ich konnte sogar Ken in einiger Entfernung sehen. Gunsight mountain hinauf fiel Jason etwas zurück. Nachdem ich versucht hatte den ganzen Berg hinauf zu laufen bekam ich einen Krampf im rechten Bein und Melanie überholte mich wieder. Ich hatte einige Gedanken etwas gesünder zu essen und fühlte mich als das schwächeste Glied im Team. Glücklicherweise ging der Trail von nun an abwärts und nach einem letzten Überholmanöver beendete ich das Rennen als zweiter, nur 2 Minuten vor Melanie Gould und Jason Mackey direkt dahinter. Ken Anderson war 6 Minuten vor mir. Es war ein grossartige Wochenende, ein guter Start in die Saison und ich hatte nie erwartet, dass das Team so gut laufen würde.

Andy beendete das Rennen als 25ster und ich bin sicher er wird seine eigene Story schreiben. Maren verfuhr sich auf der zweiten Etappe im dichten Nebel, kam dann als letzte in den Checkpoint. I war gerade dabei den Checkpoint zu verlassen, als sie hereinkam und konnte daher nicht mit ihr sprechen und sie entschied sich aufzugeben.

Nach einer kurzen Einkaufstour in der "grossen Stadt" wir sind zurück in Sheep Mountain und werden morgen nach Paxson zurückfahren. Wir haben auch das Iditarod Hauptquartier besucht, etwas was ich sehr gerne mache und es juckt mich wieder auf den Trail zu gehen.

Ich habe mich durchgerungen und habe mir ein Handy gekauft was ich nun jahrelang verhindern konnte, aber es macht das Leben doch um einiges leichter mit dem "Rest" der Welt in Kontakt zu bleiben. Die Abdeckung nicht sehr flächendeckend, aber das ist gut so, das hält die Gespräche eher kurz, denn nach 10 Minuten in langen Unterhosen auf dem Parkplatz wird es eher kalt.
Dieser Winter erinnert mich sehr and den Winter 2002/2003 mit sehr wenig Schnee und es sieht so aus, als ob die Gegend Paxson-Denali scheint die einzige gute Trainingsmöglichkeit zu bieten, so kein Grund um nach Whitehorse zurückzukehren. Wir 4, Andy, Pierre, Maren und ich sind uns noch nicht völlig auf die Nerven gegangen in der kleinen Cabin von John.
Alle 38 Hunde sind wohl auf, die alte Garde ist die Herumreiserei gewohnt und die jüngeren gewöhnen sich schnell daran. Dieses Mal hatten wir Probleme mit dem Getriebe des weissen Ford Trucks, er verlor beinahe das gesamte Getriebeöl und somit haben wir nun meist keinen Rückwärtsgang mehr. Dies ist ein weiterer Grund um hier zu bleiben, die Hunde im Training zu halten. Noch 3 Wochen bis zum nächsten Rennen, dem Knik 200, aber eventuell ist dafür nicht genug Schnee. 4 Wochen bis zum Copper Basin 300, hoffentlich erhält Glenallen noch etwas Schnee, denn auch hier sieht es eher mager aus. Das nächste Abenteuer wird sein den Denali Highway, von Paxson nach Campwell und zurück, ein 450 Kilometer Trip – davon mehr in einer Weile.

Rennresultat

Cheers

Sab

27. Mai 2006
Der Trip über Eagle Summit
27. April 2006
Teil 3: Kaltag - Nome
20. April 2006
Teil 2: Rohn - Kaltag
12. April 2006
Iditarod 2006 - Teil 1: Anchorage - Rohn
4. März 2006
Aromatherapie und Elchkotsaft
18. Februar 2006
In Dawson
11. Februar 2006
Renntag
7. Februar 2006
Zeit zur Abreise
29. Januar 2006
Copper Basin 300 (Sab)
29. Januar 2006
Copper Basin 300 (Andy)
11. Januar 2006
Knik 200 (Andy)
11. Januar 2006
Der falsche Trail (Sab)
29. Dezember 2005
Ein wirklich toller Trainingslauf
20. Dezember 2005
Sheep Mountain 150 (Sab)
20. Dezember 2005
Sheep Mountain 150 (Andy)
13. Dezember 2005
Gin Gin 120
7. Dezember 2005
Die ersten Trainingsläufe in Alaska
3. Dezember 2005
Auf dem Weg nach Alaska
25. September 2005
Realisierung eines Traumes (Teil 1)


Impressum ¦ Kontakt ¦ Sponsoren