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Copper Basin 300 (3)

Sourdough ist recht eng zum Parken der Teams und da habe ich auch 2 Anläufe gebraucht um einen guten Platz zu finden. John war immer allzeit bereit als Handler und war mittlerweile genauso müde wie wir, so musste er doch auf 2 Teams aufpassen und für 2 Teams das Stroh aufräumen. Roland war wie immer kurz hinter mir, und mir wurde langsam bewusst, dass wenn ich nicht wirklich aufpasse, er mich sogar überholen wird. Sourdough ist immer kalt, der Weg zum Wasser weit und der Schnee tief, da braucht immer alles seine Zeit. Zum ersten Mal, dass ein Hund nicht gefressen hat, Popcorn war sichtlich müde. Auch hatte der schnelle Trail zur Folge, dass ich so einige Sore wrists bei den Hunden hatte und mit viel Geduld, massieren und Algyval wurden alle versorgt, habe dafür fast 2.5 Stunden gebraucht, bis ich Mitternacht mich endlich in die Hütte zum Schlafen verkriechen konnte. Dort saßen Hugh Neff, Ray Redington Jr, Allen Moore, Lance Mackey und wir haben noch schön einige Zeit gefachsimpelt über Hunde, Ausrüstung, das sind die sehr schönen Moment des Rennens. Allen saß dort so hibbelig, dass man ihm förmlich ansehen konnte, dass er sich sehr bewusst war, was für ein gutes Team er fährt. Als mich der Wecker um kurz vor 4 Uhr aus dem Schlaf geholt hat, war ich wieder kurz davor zu sagen, ach was soll das Ganze ich schlafe weiter, aber nachdem ich mich umgeschaut hatte und gesehen habe, dass die anderen auch weg waren, bin ich doch aufgestanden. Die Kälte erschlägt einen fast wenn man so müde ist. Vor dem Schlafen hatte ich wieder Futter für die Hunde vorbereitet und alle, auch Popcorn haben gut gefressen. Mit kalten Händen galt es alle Hunde wieder zu massieren und Booties (48 Stück) anzuziehen. Roland war auch bei seinem Team, er war unglaublich motiviert und ist ein super Rennen gefahren, das ohne große Vorbereitung. Um 5.30 ging es unter schönen Nordlichtern aus Sourdough raus, aber mit 40 Minus war es eher kalt, zum Glück konnte ich alle meine Klamotten in der Hütte trockenen. Der Lauf nach Wolverine ist eher flach auf breiten Trails mit Fisch Lake, Ewan Lake und Crosswind Lake als Unterbrechung. Auf dem Crosswind Lake kam mir um 9 Uhr morgens Judith aus der Hütte gespurtet und hat mir eine heiße Suppe und einen Becher Wasser in die Hand gedrückt. Auch das sind wieder schöne Momente des Rennens und auch hatte ich festgestellt, dass ich tatsächlich mental bei der Sache war, die Gedanken nur bei den Hunden und mir. Die Hunde liefen recht träge, ich glaube mit 4 Coolern hatte ich in Sourdough in 8 Stunden zu viel gefüttert, so habe ich sie einfach Ihren Trott weiterlaufen lassen und mit 6.30h waren wir 30 Minuten langsamer in Wolverine als letztes Jahr. Die Sonne scheint, ringsum die Berge der Alaska Range, vorne dran ein mittlerweile harmonisches 12 Hunde Gespann, das sind die Momente für die sich der ganze Aufwand und das Training lohnt, mushing wie es im Buch steht. Gut, dass ich den inneren Schweinehund überwunden hatte und doch noch zum Rennen gefahren bin. Genau diese Momente sind es, die uns Musher so süchtig nach den Rennen machen.

In Wolverine habe ich dann zum ersten Mal auch auf die Zeiten geschaut, ich war 9ter und musste hier noch 87 Minuten Pause machen. Insgesamt sind 8 Stunden Pause in Paxson vorgeschrieben und dann noch mal 14 Stunden zusammen in allen anderen Checkpunkten. Roland kam nur 5 Minuten hinter mir, das heißt er hatte mir 35 Minuten auf der letzten Etappe abgenommen. Als er über den See mit seinen 11 Hunden, er hatte Hank in Sourdough gedropped, kam, sah das Team einfach Spitze aus. Da er meine Questhunde hatte, war ich da nicht undankbar drüber. Roland war 10ter. Eigentlich wollte ich in Wolverine 3 Stunden bleiben und nach 2 Burgern mit Fries ging es mir auch wieder besser, ich hatte schon Junkfood Entzug. Mensch, wenn ich nicht so trödele und mein Zeug zusammenpacke, könnte ich doch tatsächlich noch 2 Plätze gut machen. Gesagt getan, kurz zu Roland gesagt: "DU ich hau ab, pack zusammen und komm mit“. Mit noch 12 Hunden so spät im Rennen konnte ich wirklich mal etwas pushen gegen Ende, es waren ja nur noch 82 Kilometer. Alle hatten wieder gut gefressen. Es scheint definitiv besser zu sein auf dem Trail nicht so viel zu snacken und mehr in den Checkpunkten mit Trockenfutter zu füttern. Als ich den Haken gezogen habe um 14.00 nach nur 2 Stunden Pause, war das Team schon etwas träge, noch nie hatten wir so kurz gerastet.

Schlimmer war, dass Hering und Franky gehumpelt hatten. Was war denn da los? Franky hatte eine leichte sore wrist und an Hering konnte ich gar nichts finden, aber der hat gehumpelt wie wild. Kurzentschlossen habe ich Hering gedropped, hätte dabei noch fast die offizielle Dropped Dog Form vergessen, die wurde mir auf dem Skidoo nachgebracht. Da sehe ich, dass Hering munter, ohne zu Humpeln zum Truck läuft. Das gibt es nicht, aber nun zu spät. Der hat wohl nur irgendwie quer auf dem Bein geschlafen, so wie wir es manchmal auch haben, wenn uns ein Arm einschläft. Die restliche Bande hat etwas gebraucht um sich einzulaufen, und direkt hinter mir war der Robert Buntzen, der sich wohl doch nicht so schnell mal eben von mir überholen lassen wollte. Lange Meilen waren wir immer in Sichtkontakt, und zum ersten Mal im Rennen habe ich den Hunden mit Skistöcken mitgeholfen und bin die Berge hochgerankt.  Dabei wird es sogar bei -30°C so warm, dass ich ohne Jacke unterwegs war, aber Robert ließ sich einfach nicht abschütteln. O.K. Chevy mal als Leithund raus und Brownie rein, dann Piano und Wondar in Point, ein Versuch ist das wert. Und siehe da, das gab dem Team einen neuen Impuls und plötzlich waren wir mit 16-17 Kilometer die Stunde unterwegs, noch einmal sollte ich Robert kurz in weiter Entfernung auf dem Tolsona Lake sehen. Roland war zum Glück gar nicht in Sichtweite.  Mit 3 Stunden 11 Minuten sind wir auch recht fix nach Tolsona gekommen, dort nur kurzer Sign in und out. Lustig da steckt ein Truck im See fest........ Moment, das ist ja MEIN Truck........ gar nicht lustig.  John stand verstohlen da und hat mir erklärt, dass er im See stecken geblieben ist. Na ja zumindest hatte ich bis zum Ziel mental Zeit mir zu überlegen, was ich wohl im Ziel ohne Truck mache und mir gedacht, na gut, dann fahre ich halte die Hunde durch den Ort bis zum B&B. Obwohl die letzten 40 Kilometer nur noch 2 Stunden und 41 Minuten gedauert haben, kam mir das vor wie eine Ewigkeit. Die Nordlichter haben über Glennallen getanzt und die Lampe des Flughafens hat munter geblinkt und wollte einfach nicht näher kommen. Im Ziel war dann wie erwartet kein Truck, ich hab die Bande umgedreht und bin zum B& B, immerhin hatte ich dort Futter. Bill mein Gastgeber hat mir schnell einen Ballen Stroh geholt und die Hunde lagen wieder wie im Checkpoint eingebettet. Da bin ich mit ihm schnell zum Ziel gefahren, Roland war schon da, hatte auch noch die anderen beiden Gespanne überholt und als 9ter angekommen. Eine stolze Leistung als Rookie in einem Rennen, in dem von 40 Mushern 23 aufgegeben haben,  und es hätte nicht viel gefehlt und er hätte mir den 7. Platz streitig gemacht, es lagen nur 40 Minuten dazwischen.  Auch er ist dann mit den Hunden heimgefahren, Bill und ich dann nach Tolsona. Dort hatten die den Truck schon wieder auf dem Land und so gegen 22 Uhr waren wir dann auch alle wieder zuhause und die Hunde in der Box. Trotz dem kleinen Missgeschick war John ein 1A Handler und ohne ihn wären wir nie so gut ins Ziel gekommen.  Kaum im Haus ging das Telefon und schon war ich wieder 100% in die Gegenwart zurückversetzt, es mussten viele Dinge zuhause organisiert werden. Wie gern hätte ich einfach gesagt, see you in April, ich bleib hier. Die Fahrt nach Hause, nach dem Banquet, wir sind noch bis Mittwochmorgen geblieben, war recht eindrucksvoll, in Tok habe ich auf ein Thermometer geschaut, was bis minus 60°C geht. Es war kälter als das. Im Kennel angekommen waren es 49°C minus, auch nicht gerade warm, unser erster echter Cold Snap dieses Jahr.

Ihr wollt jetzt bestimmt alle wissen, wie es weiter geht. Die Nachrichten sind leider nicht so gut. So wie es aussieht, werde ich das Quest nicht mitfahren können, ich suche gerade nach einem Ersatzfahrer für das Team, aber in gewissen Momenten habe ich dann doch wieder den Ehrgeiz mitzufahren. Für das Iditarod habe ich noch keine Entscheidung getroffen, dort habe ich noch Hoffnung dabei zu sein.

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*alle Bilder wurden von Zuschauern des CB300 gemacht worden

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