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Herbst Training

Heute Morgen hat das Thermometer minus 22° angezeigt, damit ist der Winter nun sicher im Anmarsch. Der Boden ist von einer dünnen Schneeschicht bedeckt, auch wenn es noch nicht gerade viel ist. Bei diesen guten Bedingungen sind wir fleißig mit dem Herbst Training beschäftigt. Bisher mußten wir dazu immer sehr früh aufstehen, denn nur am Morgen war es kühl genug zum Training. Auch sind wir den Matsch endlich losgeworden, alles ist hart gefroren, kein tägliches Waschen der Geschirre für die Hunde mehr, die ansonsten "harness burn" bekommen.

Die Hunde laufen sehr gut, einige der Tourenteams sind erst Ende September aus Skagway wieder gekommen, alle sehr fit von den vielen Sommer Meilen mit Alaska Excursions. Diese Gang hatte nun etwas Ruhezeit und beginnt erst jetzt wieder mit dem Training. Die "Rennteams" sind in einem eher regelmäßigen Trainingsplan, von 3 Tagen Laufen, mit 2 Tagen Pause, bis hin zu 2 Tagen Laufen mit einem Tag Pause. Jocelyne fährt ein Team von 16, Sebastian2 mit 14 Hunden und ich ein 18er Gespann. Damit das ganze auch ein näheres Ziel hat, haben wir uns für das Sheep Mountain 150 am 18 Dezember angemeldet, ein Rennen mit 3 mal 50 Meilen.

Ich fahre diesen Herbst eher lange Meilen, speziell sehr früh in der Saison, und ich habe die vergangene Woche in Braeburn verbracht, nur ich und das 18er Team, mit zum Teil 50 und 70 km Läufen, zum Glück mit etwas Schnee unter den Pfoten. Das one on one Training halte ich für sehr wichtig, ohne Ablenkung und ohne andere Hunde. Die Gang war für die gesamte Zeit in Braeburn mehr oder weniger frei, auch über Nacht, zum Teil in der Hütte (ja alle auf einmal) zum großen Teil aber natürlich draußen. Es war interessant zu beobachten, wer wo schläft und vor allem sich sogar mit einem anderen Hund die Hundehütte teilt, wie zum Beispiel Wondar und Piano. Ich kann jetzt wieder das gesamte Team anschirren, ohne das ATV festbinden zu müssen. Auf dem Rückweg habe ich alle Hunde in den großen, geschlossenen Hänger gelassen, frei und nicht in den Boxen. Keiner hat irgendwelche Zankereien angezettelt, ein gutes Zeichen, das die Bande zu einem echten Team wird, was ich für mindestens genauso wichtig halte, wie ein gut trainiertes Team.

Vor 2 Wochen sind Jocelyne, Sebastien2 und ich zum Mushing Symposium nach Fairbanks gefahren, natürlich nicht ohne meine üblichen Probleme mit meinem Truck, wieder waren Stopps in Autozubehörläden an der Tagesordnung. Es war gut in Fairbanks zu sein, sich mit anderen Mushern zu unterhalten über Trainingsmethoden, Ausrüstung und oft auch einfach nur Gossip. Die einzelnen Veranstaltungen von Hundemassage über Rennstrategien der erfolgreichen Musher sind immer sehr informativ und regen schwer zum Nachdenken an. Auf alle Fälle ein guter Auftakt für den kommenden Winter, und wir sind natürlich nicht ohne einiges an neuer Ausrüstung auf dem Heimweg gegangen. Von Ken Anderson habe ich einen neuen Distance Schlitten gebraucht erstanden, etwas größer als der Gatt Schlitten, den ich vergangenen Winter gefahren habe und der mir auch gut gefallen hat. Mal schauen wie ich mich entscheiden werde, denn mehr Platz im Schlitten heißt auch mehr Zeugs und damit mehr Gewicht im Schlitten, was nicht unbedingt gut ist. Auch habe ich Gisela und Dieter Dolif besucht  und die beiden haben sich wieder als Doghandler im Quest für die Alaska Seite angeboten. Das ist eine große Hilfe, so sind die beiden doch super Handler und auch muß ich mir keine Sorgen um meinen Truck machen, daß der den Rundtrip von Dawson nach Fairbanks übersteht.

In der Blue Kennels Gang gibt es auch ein neues Gesicht, Dieter, ein deutsch stämmiger Musher aus Ontario, der sehr viel Erfahrung mitbringt, aber auch das Sprachgleichgewicht zwischen Französisch (Joc und Seb2) und Deutsch (Dieter und ich) wieder herstellt. Craig und Keri werden auch bald aus Ontario aufbrechen und dann Ende des Monats hier im Yukon sein, wir freuen uns schon sehr die beiden wieder zu sehen.

Die Welpenbande von Tang, Flame und Gaya wächst und gedeiht prächtig, überall wuseln kleine "Monster" durch die Gegend und wir müssen uns langsam mal wieder so einiges an Namen überlegen.

Ich möchte mich auch sehr bei allen Hundesponsoren für das Quest bedanken, besonders Otto ist wohl ein Favorit.

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