Auf dem Trail - Carmacks - Braeburn
Wir
fuhren morgens um 7 Uhr weiter, Thomas war bereits früher gegangen.
Die Hunde liefen nur sehr träge los, ich glaubte ein gewisses
Muster beobachten zu können. Es schien so, dass immer wenn
sie einen guten Run hingelegt hatten, dann sackten sie beim nächsten
ab. Ich frage mich, ob dies nur Phantasie war oder die Tatsache,
daß ich sie zu schnell laufen lasse, wenn sie gut aussehen?
Alle 11 Hunde waren noch im Team, Tang immer noch alleine im Lead,
erstaunliches kleines Mädchen. Marmot zog nicht, ich überlegt
umzudrehen, um ihn zurückzulassen, aber aghh, er wird sich
wieder fangen. Die Seenkette meinte es gut mit uns, keine Overflows
und die Landschaft war hübsch anzusehen. Ich erwartete auf
Thomas aufzufahren, aber ich tat es nicht, ich sah ihn lediglich
aus der Ferne entlang des Mandana Lakes. Als ich ihn dann doch noch
einholte wollte er eine Pause machen, doch ich hatte mir vorgenommen
bis Frank Lake zu fahren und so überzeugte ich ihn auch noch
für eine weitere Stunde zu fahren. Wir erreichten Frank Lake
kurz nach Mittag, es war wirklich warm. Wir hatten einen schönen,
sonnigen Lagerplatz am Ufer, auch die Hunde schienen es zu geniessen.
Thomas war wie immer auf der Suche nach etwas essbarem... er reiste
wesentlich leichter als ich, ich liebe meine Schokolade und die
anderen guten Sachen. Es blieb sogar noch genügend Zeit für
ein nettes Nickerchen in meinem Schlafsack, bevor wir ungefähr
gegen 17 Uhr weiterfuhren, gerade als Kelly Griffin vorbeifuhr.
Michelle Philips hatte uns schon früher passiert. Sicher hätte
dies ein Run nach Braeburn sein können. Jetzt danach frage
ich mich selbstverständlich auch, warum ich nicht ein bisschen
härter gefahren bin, aber zur Zeit der Entscheidung schien
es richtig es etwas leichter zu nehmen und ich genoss auch wirklich
diesen letzen Run. Es war schön in der Sonne zu sitzen, den
Hunde bei ihrer Ruhepause zuzusehen und mit Thomas zu plaudern.
Sobald meine Hunde Coghlan Lake erreichten, wussten sie wo wir waren
und legten einen Zahn zu.
Sie
wußten, daß Braeburn um die Ecke war und wir überholten
Thomas und ich mußte wieder einmal die Bremse benutzen. Dies
war ein netter Run bis ich auf einer Eisfläche ins rutschen
kam und direkt in den Bäumen neben dem Trail landete. Die Landung
war hart und ich quetschte mir die Hüfte. Mein Schlitten, speziell
meine angebundenen Schneeschuhe verhakten sich so, dass ich den
Schlitten nicht freibekam. Ich mußte sie mit meinem Leatherman
abschneiden. Ich fluchte über mich selber, dass dies passiert
war, denn mit einwenig Aufmerksamkeit wäre dies leicht zu verhindern
gewesen. Auf dem 10 Mile Lake benutzte ich, wie üblich, meinen
Sitz und genoß die Fahrt..., bevor ich plötzlich kopfüber
im Schnee landete. Ich hoffe, daß Thomas dies nicht gesehen
hatte. Um 20.38 kamen wir in Braeburn dem letzten Checkpoint an.
Es war irgendwie ein merkwürdiges Gefühl für mich,
hier um die Ecke eine Kabin zu haben. Es fühlte sich fast an
wie die Mission vollendet zu haben, wir fuhren den ganzen Weg von
Fairbanks bis Braeburn, aber da waren noch weitere 100 Meilen zu
fahren. Michelle war hier, ebenso wie John Schandelmeier. Die Hunde
aßen gut, aber vermutlich wunderten sie sich warum wir hier
hielten und nicht einfach noch die 2 Meilen nach Hause gefahren
sind. In der Lodge machte uns Steve seine berühmten "Super
Burges" und wie so viele andere nette Leute entlang des Trails
akzeptierte er kein Geld. Alle möglichen Freunde waren hier
und so verbrachte ich meine Zeit mit ihnen und genoss den Augenblick
anstatt zu schlafen. Ich dachte, saug den Augenblick in dich auf,
denn Schlaf kannst Du morgen nach dem Zieleinlauf bekommen.
