Auf dem Trail - Stepping Stone - Pelly Crossing
Stepping Stone war der Himmel, mit viel versprechenden Zeichen von Buritos, Lasagne, heißem Wasser und anderen guten Sachen. Der Rastplatz war in Sektoren für „Kurzparken“ und „Langparken“ unterteilt. In meinem schwachen Gemütszustand entschied ich mich selbstverständlich für die lange Pause. Die Freiwilligen behandelten uns wie Könige, es war einfach fantastisch. Nach einem nur 2 stündigen Run hätte ich wirklich nicht für 6 Stunden rasten sollen, aber ich tat es..., so fuhr ich kurz vor Mitternacht, ein weiterer hässlicher Nachtlauf. Schlechter noch, dies wird mich in die Hitze des Tages bringen, wenn ich später in Pelly losfahre. Dieser Gedanke überraschte mich selber... ich schätze Franks Vortrag hat meine Gedanken vom Aufgeben verdrängt. Thomas fuhr kurz vor mir weiter mit seinen 8 Hunden. Ich setzte Coon wieder ins Team und er sah gut aus, nicht ein humpeln. Mindestens diese Entscheidung war richtig. Bald holte ich Thomas auf dem Steward River ein. Das Eis war grösstenteils flach, nur an manchen Stellen hatte es etwas jumbled ice, gerade genug um mich vor dem völligen einschlafen zu bewahren.
Immer
noch hatte ich 11 Hunde, welche mich beständig zogen. Wegen
der ungeraden Zahl lief Tang alleine im Lead. Sie war jeden einzelnen
Schritt des Rennens im Lead gelaufen. Chevy überraschte mich
wirklich, der alte Läufer hatte den ganzen Weg geschafft immer
im Wechsel zwischen Laufen und Traben. Paws, Otto, Wondar, Chevy,
Tang, Herring und Micky waren absolutes problemlos. Am meisten überraschte
mich Micky der erst ein gutes Jahr alt ist. Er ist der einzige junge
Hund im Team. Marmot ist nur 4, der ganze Rest ist 7 und mehr. Auf
Coon hatte ich ständiges Augenmerk und Marmot`s Gelenk benötigte
konstantes massieren. Libby`s Schnitt in der Pfote musste ich ständig
pflegen, so wie Pianos geschwollener Lauf, welchen er sich in Eagle
eingefangen hatte. Alles in allem aber nichts Ernstes. Nach weniger
als 5 Stunden kamen wir in Pelly an. Als wir die River Bank verliessen
grüssten uns einige spielende Füchse. Sie war sehr merkwürdig
in der Nähe von laufenden Trucks eine Rast einzulegen. Annette
Kriller kam rüber ich war froh sie zu sehen, da ich Vertrauen
in ihre Fähigkeiten entwickelt habe. Sie fand einige übersäuerte
Muskeln bei Wondar und Herring, welche ich nie gefunden hätte.
Massieren und Algyval wirkten wieder Wunder. Als ich eine freie
Minute hatte, fragte ich Markus warum er mir in Dawson nicht gesagt
hatte, dass ich Brownie nochmals hätte überprüfen
sollen. Er war völlig überrascht und wusste überhaupt
nicht von was ich sprach. Niemand hatte ihm irgendetwas gesagt.
Was auch immer dort in Dawson geschah, es war sehr seltsam. Sogar
nachdem ich bereits aus Dawson weg war, hatte keiner der Tierärzte
mit Markus gesprochen. Nun gab es eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten.
Entweder hatte die Tierärzte mit einem völlig Fremden
gesprochen, oder es handelt sich um eine Intrige. Nachdem ich auf
dem Trail viel Zeit gehabt hatte über den Vorfall nachzudenken
ist mir auch aufgefallen, dass die Tierärzte gegen eine grundlegende
Richtlinie verstossen hatten, welche zu befolgen uns am Mushers
Meeting dringend angeraten wurde. Alle Kommunikation muss immer
zwischen Tierarzt und Musher stattfinden, nicht zwischen Handler
und Tierarzt. Nicht dass mir dies nur irgendwie genützt hätte,
aber hier muss sich in Zukunft sicher etwas ändern. Es sollte
ein vorgeschriebener "Tierarzt in" und "Tierarzt
aus" in Dawson stattfinden. Wenn die Tierärzte in meinem
Fall wirklich Bedenken bezüglich Brownie gehabt haben, dann
hätten sie es mir wenigstens sagen sollen, oder bei meiner
Abfahrt kommen sollen. Wie kann ich ihre Bedenken erahnen? Vorbei
ist vorbei. Mental war ich nun zumindest in der Lage, dieses Kapitel
zu schließen und mich auf die kommenden 400 Kilometer zu konzentrieren.
Die
lange Strecke zwischen Dawson und Pelly, 320 Kilometer waren vor
dem Rennen durchaus von Interesse für mich. Die Strecke kann
definitiv in 4 langen Runs, von je ungefähr 8 Stunden, gemacht
werden mit dem ersten Stopp nach Indian River, einem weiteren in
Scroggy Creek, einem ungefähr 2 Stunden vor Stepping Stone
und den letzten dann in Pelly. Ich machte die Distanz in 5 Runs
und hatte etwas länger Pause gemacht, als ich gefahren war.
Damit war ich raus aus den Top 5 und nun noch in den Top 10.
Mein neuer Zeitplan liess mich um 10.20 Uhr von Pelly abfahren, yipee genau in die Hitze des Tages.... (nur ein Scherz) aber ich glaubte, dass es wirklich nichts mehr ausmachte. Das Rennen als Rennen nach einer Topplatzierung war für mich vorüber. Ich wollte nun mein Team einfach ins Ziel bringen und dabei noch etwas Spass haben. Thomas verliess Pelly kurz vor uns. Ich vermisste die Gesellschaft von Frank und John, aber mit Thomas war es ebenfalls eine Freude zu fahren. Immer noch waren 11 Hunde in meinem Team.
