Auf dem Trail - Dawson City - Steward River
Ich hatte eine gute Nacht bei John’s. Mike tauchte am Samstagmorgen nicht auf, um mich abzuholen, aber glücklicherweise fuhr mich John zu den Hunden – hier in Dawson läuft wirklich nichts wie es sollte. Das nächste Mal, wenn es eines gibt, werde ich nur noch einen Handler haben, diesmal waren zu viele Handler hier und das hat nur zu mehr Verwirrung gesorgt. Leider sprach ich mit keinem der Tierärzte bevor ich Dawson verliess. Am Vetcheck konnte ich keinen finden und meine Zeit zum Weiterfahren 19 Uhr rückte schnell näher. Die Hunde sahen gut aus, aber ich bin sicher, dass wir sie überfüttert hatten, zu viele Mahlzeiten mit Futter alle 6 Stunden. Ich schaute durch das Tierarztbuch und entschied, mit allen 12 Hunden weiterzufahren, durchaus eine Überraschung für mich noch eine so grosses Team zu haben.
Ich
muss zugeben, dass Dawson mich aus dem Rhythmus gebracht hatte,
ebenso glaube ich, dass sich die Hunde an die langen Arbeitstage
gewöhnt hatten, bevor wir plötzlich für 36 Stunden
rasteten. Meine Gedanken waren auch nicht wirklich bei der Sache,
so bemerkte ich an der Startlinie, dass ich vergessen hatte Libby
ihre Decke überzuziehen, diese lag noch im Camp… na gut,
schon zu spät. Mein Team verliess den Checkpoint und wir glitten
durch die Stadt, wo uns noch einige Zuschauer ein ByeBye zuwinkten.
Mein Schlitten war ziemlich schwer, ich denke ich habe es sogar
fertig gebracht noch mehr einzuladen als bei meiner Abfahrt in Eagle.
In Dawson hatte ich die Idee das Tempo etwas zu verlangsamen, um
etwas mehr vom Trail zu sehen und nicht nur durchs Rennen zu hetzen
und zu frieren. Nun da ich Dawson verließ, war ich mir nicht
mehr so sicher, ob dies ein guter Plan wäre und so entschied
ich mich es zu nehmen, wie es kommt und dann zu entscheiden. Der
Trail entlang der Hunker Road klettert stufenweise und so war es
kein Wunder, dass mir das Team langsam vorkam. Nach ungefähr
2 Stunden überholte mich Frank Turner und verbesserte damit
mein Gefühl über das langsame Vorwärtskommen nicht
wirklich. Nach einer Unterhaltung mit Thomas Tetz, entschied ich
mich, den ganzen Weg bis zur Indian River Bridge zu laufen, ein
ca. 8 Stunde Dauerlauf. Nach 4 Stunden stoppte ich wie gewöhnlich
zum Snack, aber niemand aß. O.K. ich habe die Hunde in Dawson
wirklich überfüttert. Da die Versorgung mit Flüssigkeit
noch gut war, gab es keinen Grund zur Sorge, ausser vielleicht das
nicht schwinden wollende Gewicht im Schlitten. Vom King Solomon
Dome hat es eine lange, nette Abfahrt. Wir waren glücklich
mit dem guten Wetter und den perfekten Temperaturen. Nach ungefähr
5 Stunden kamen wir an einem schönen, einladenden Fleck mit
heissem Wasser vorbei, ich glaube es war Mark Person’s Place…
ein guter Rastplatz. Um ungefähr 2 Uhr morgens (nach 7 Stunden)
zog ich wieder an Frank vorbei, welcher gerade zur Seite fuhr, um
ein Camp aufzuschlagen. Ungefähr 30 Minuten später konnte
ich die Indian River Bridge und einige Headlamps sehen, wahrscheinlich
Dan und Dave. Ich entschied mich auf einem kleinen Hügel kurz
vor der Brücke zu bleiben, möglicherweise ist es dort
etwas wärmer. Ich hatte 7.30 Stunden benötigt, um bis
hierher zu kommen. Nachdem ich auf die Seite gefahren war (ich hatte
auch Stroh für die Hunde dabei), machte ich einen weiteren
Fütterungsfehler – ich gab den Hunden die verschmähten
Snacks, welche sie auch gleich frassen, aber dadurch hatten sie
nachher keinen Appetit mehr auf die eigentliche Mahlzeit. Sauer
auf mich selber kroch ich in meinen Schlafsack. Ich entschied mich
die Rast etwas zu verkürzen und brach bereits nach 6.30 Stunden
wieder auf, d.h. um 9 Uhr, nicht gerade perfekt in der Hitze des
Tages zu laufen. Sehr zu meiner Überraschung überholte
mich Frank bereits um 7.30 Uhr. Ich schätze, dass er die gleiche
Rastidee hatte. Meine Morgenmahlzeit frassen die Hunde, wenn auch
ein wenig widerstrebend.
An
der Brücke lief ich auf Thomas und John auf, aber meine Hunde
überholten einwenig widerstrebend. Die beiden warnten mich
vor einem langen Anstieg, welcher in der Tat ziemlich lang war.
Im Rückblick gesehen hätte ich einen Teil der gestrigen
Nacht weiterfahren sollen, besonders nachdem wir schneller waren
als gedacht, das nächste Mal, eh? Vor uns lag eine lange Strecke
mit vielen Steigungen und Gefällen, aber schlussendlich kamen
wir doch auf dem Eureka Dome an. Es war sehr, sehr heiß und
Peter Ledwidge kampiert in einem schönen Rastplatz auf dem
Gipfel. Es war wesentlich besser bei der Wärme zu rasten, aber
nach nur 3.5 Stunden war es noch entschieden zu früh. Mindestens
der Fischimbiss ging diesmal problemlos weg. Niemand humpelte und
nur Libby`s Schnitt erforderliche erhöhte Aufmerksamkeit. Mein
Ziel war, bis nach Steeping Stone zu fahren. Es gibt eine erstaunliche
Zahl von Mining Camps entlang der folgenden abschüssigen Strecke,
mit allerlei Autos über den ganzen Platz verteilt und sogar
einigen netten Kabinen aber auch viele alte Trailer. Ich mag es
in unbekannten Gegenden zu fahren, das hält meinen Verstand
beschäftigt und ich kann neues lernen. Einige Stunden später
während eines kurzen Snackstops überholte mich John und
wir fuhren in Sichtweite nach Steward River. Auf dem Steward River
ändert sich die Landschaft, grössere Bäume, eine
Menge Schnee und einfach eine schöne Landschaft. Als Bonus
gab es noch ein wunderbares Sonnenlicht dazu, welcher alles in schöne,
warme Farben tauchte. Dieses war definitiv der längste Run
mit 8.45 Stunden, ein weiterer Grund, warum ich in der letzten Nacht
hätte länger fahren sollen. Dan, Frank und Dave Dalton
waren auch dort. Hier änderte sich das Rennen für mich.
