Auf dem Trail - Von Eagle nach 40 Mile
Eagle
Eagle
war f�r mich ein wenig wie Zuhause, denn ich war bereits einige
Male hier w�hrend des Percy de Wolfe, obwohl nun das erste Mal bei
Tageslicht. Schlie�lich hatte ich wieder alles Fleisch, das ich
mir w�nschte, da ich viel (zu viel) zu jeden Pr�fpunkt versandt
hatte. Brownies linkes vorderes Bein fing an �ber dem Ellenbogen
stark zu schwellen. Ich f�gte 2 wristwraps zusammen und massierte
es mit algyval und DMSO bevor ich das Bein verpackte. So tat ich
es auch mit Coons und Marmots Gelenken. Libbies Schnitt auf ihrem
Ballen st�rte sie auch, obgleich sie nie einen Schritt verpasste.
Mist, wenn nur Anette Kriller der Vet hier w�re, ich glaube wirklich
an ihre Massagef�higkeiten. Mental war ich etwas angeschlagen mit
4 Hunde von 12 angeschlagen. Erstaunlicherweise blieb ich immer
noch auf dem 5ten Rang. Ich entschied mich eine lange Pause zu machen,
obwohl wir nur 5.30 Stunden gelaufen waren machte ich fast 8 Stunden
Pause. Libby, Coon und Marmot sahen gut aus. Ebenso alle anderen
Kerle, bei Otto �dem Tr�umer� und Herring �Mister fussy� war ich
�berrascht. Beide waren v�llig unkompliziert als die Schwellung
am Bein abgeklungen war SO wie Paws und Wondar, welche ebenfalls
nie besondere Aufmerksamkeit erforderten. Und nat�rlich Tang. Sie
war bis jetzt jeden Meter im Lead. Kurzes vor der Weiterfahrt bemerkte
ich ein geschwollenes Hinterbein bei Piano, welches ich bei der
Ankunft nicht bemerkt hatte. Das Gl�ck war auf meiner Seite und
Annette stoppte schnell auf ihrem Weg nach Dawson und konnte Brownie
massieren. Irgendein anderer Tierarzt versuchte sie zur Eile zu
bewegen da ihr Flugzeug starten sollte, was mich einwenig �rgerte....
sollte nicht das Wohl der Hunde an erster Stelle stehen und was
k�nnen da 5 oder 10 Minuten schon gross ausmachen. Ich entschied,
Brownie mitzunehmen, sein Bein war immer noch leicht geschwollen,
aber er schonte sie nicht. Eagle ist auch ein gro�er Restpunkt,
mit gutem Essen und warmem und ruhigen Schlafteil im Schulhaus.
Ich erhielt 3 Stunden Schlaf, mein K�rper verlangte nach mehr, aber
es war Zeit die Booties anzuziehen und weiterzufahren. Ich hatte
viele Runs w�hrend der Nacht und speziell die Stunden um Mitternacht
werden immer sehr, sehr lang. Peter Ledwide war gerade bereit vor
mir zu gehen, als einer seiner R�de entschied, dass es nun Zeit
f�r Junge w�re. Seine Hunde konnten nicht sehr m�de gewesen sein
wenn sie noch solche Sachen im Kopf haben. Wir verliessen den Checkpoint
beide kurz vor 19.00. Er �berholte mich auf der Strasse zum American
Summit und ich konnte seine Licht noch f�r eine lange Zeit sehen.
Brownie lief gut und es w�re ein grosser Verlust gewesen ihn als
soliden Leader zu verlieren.
Ich
denke ich habe v�llig �berpackt an diesem run... ich hatte zu viel
Gewicht im Schlitten. Obgleich das Wetter sch�n war und ich die
Sterne und Nordlichter sehen konnte, war der Run �ber dem Gipfel
die H�lle f�r mich. Auf dem Weg talw�rts war der Trail seitlich
abfallend und ich �berschlug mich 3 Mal. Was f�r eine Anstrengung
den Schlitten wieder auf die Kufen zu bekommen, nur um einige Meter
weiter wieder zu st�rzen. Das Wort Ersch�pfung beschreibt nicht
ausreichend meinen Geisteszustand. Ich sa� auf meinem Sitz (ich
liebe diesen) und d�ste vor mich hin, durchn�sst vom Schwei�, w�hrend
die Hunde den Trail entlang trabten. Aber selbst hier kam der Schlitten,
ich weiss nicht mehr wie oft, vom Trail ab, weil er zu schwer mit
zu hohem Schwerpunkt war und kippte in den weichen Tiefschnee neben
der Spur. Ich konnte es nicht glauben, wurde immer frustrierter
und gab sogar meinem Schlitten Fusstritte... nat�rlich half es nichts.
Einmal, wieder im tiefen Schnee neben der verflixten Spur, sah ich
pl�tzlich John Schandelmeier, hinter mir...... Auf meine Frage,
wie lange er bereits hinter mir sei antwortete er �schon eine Weile�.
Mich so oft vom Trail fallen zu sehen muss eine gute Unterhaltung
f�r ihn gewesen sein. Ich lie� ihn vorbeiziehen und verwendete die
Zeit zu einem Snack. Viel.... um etwas von diesem Gewicht loszuwerden.
Der Trail auf der Landstra�e geht immer einwenig auf und ab, viel
mehr als ich dachte.
Dieses war eine wirklich lange Nacht, im R�ckblick die l�ngste des Rennens....... Ich wunderte mich, ob diese O�Brians Bridge �berhaupt noch kommen w�rde, bis ich sie um 2.30, nach 7.30 Stunden, welche mir wie 20 vorkamen, endlich erreichte. Es war kalt da unten, ich h�tte etwas weiter oben halten sollen, da f�hlte es sich wesentlich w�rmer an. Dave Dalton und Dan Kaduce hatten ihr Camp ebenfalls an der O�Brians Bridge aufgeschlagen. Kurz nachdem ich angekommen war, kam auch Frank Turner und mitten in der Nacht auch Thomas Tetz.
O'Brians Bridge
Die Hunde assen nicht soviel wie geplant, hatte ihnen wohl zu viele
Snacks auf dem Trail gegeben, wieder der gleiche alte Fehler. Ich
versuchte im Schlitten zu schlafen, konnte aber kein Auge schlie�en,
als legte ich mich neben dem Schlitten auf meine Isomatte und zog
meinen Schlafsack �ber mich. Als ich aufwachte, f�hlte ich mich
unglaublich kalt........ ich war zu faul, um meine bunny boots auszuziehen
um wirklich in meinen Schlafsack zu schl�pfen, ein Fehler den ich
nicht wiederholen werde. Es dauerte eine lange Zeit um mich wieder
etwas aufzuw�rmen. Brownies Schwellung ging langsam zur�ck, bereitete
mir aber immer noch Sorgen. Auf den R�cken hatte er eine Sch�rfung
von seinem Zuggeschirr. Marmot humpelte wieder, obgleich es nicht
geschwollen war. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber ich
denke ich habe O�Brians gegen 7.30 Uhr, also nach 5 Stunden Pause
verlassen, das bedeutetet, dass ich die Pause um 2.30 Stunden gek�rzt
habe.
Ich h�rte alle m�glichen Geschichten �ber den Trail auf dem 40 Mile
River, von Monsterk�lte, mit vielen Overflows, matschig und langsam.
Wir hatten Gl�ck und keine der Vorhersagen trat ein und mit dem
Tageslicht wurde es auch w�rmer so ungef�hr �25� bis �30�C. Der
Fluss hat durchaus ein Gef�lle und man kann es sehen und f�hlen,
dass man talw�rts reist. Die Ufer gehen sind ziemlich steil, sehr
sch�n. Es gibt �berraschend viele Minenlager auf ihm. Ungef�hr 2
Stunden flussabw�rts gab es eine geheizte �2 story cabin�, ein Punkt,
den man sich f�r die Zukunft merken muss � einiges besser als unter
der O�Brians Bridge zu schlafen. Ich versuchte auf der Karte herauszufinden
wo ich mich befand, aber so m�de werden solch kleine Aufgaben bereits
zu einem enormen Aufwand und �berhaupt was macht es f�r einen Unterschied
wo ich bin, irgendwo auf der 40 Mile River auf jeden Fall...
Die Hunde verlangsamten ihr Tempo, es war das erste Mal, dass ich eine Pause
ausliess und dieser war nun das Resultat. Ich war sicher, dass mich
Frank Turner noch vor 40 Mile einholen w�rde und wollte ihn vorbeilassen,
aber er blieb hinter mir und snackte ebenfalls. Bald kam er wieder
heran und �berholte mich... ich f�hlte mich, als w�rde ich stehen.
Gut, dass die 40 Mile Bridge endlich in Sicht kam. Ich kam um 14.45
Uhr (oder 15.45 Yukonzeit) in 40 Mile, nach 6.15 Stunden Laufzeit
an, ich denke wir waren gar nicht so langsam. Lustig, was einem
der Verstand vorgaukeln kann, wenn man einem bestimmten Gedanken
nachh�ngt. Noch reisten wir mit einem Vorsprung von ca. 2 Stunden
auf unseren Zeitplan. Nachtr�glich betrachtet, machte ich hier einen
kleinen Fehler und rastete zu lange, besonders im Hinblick auf die
lange 36 Stundenpause in Dawson h�tte ich nach 6 Stunden weiterfahren
sollen. Ich dachte ich m�sste die ausgelassenen Pause nach O�Brians
nachholen und blieb stattdessen 7.30. Die Hunde a�en und tranken
gut und meine grosse Last des Schlittens war fast weg, alles in
ihren B�uchen. �berraschend wie viel die Hunde auf einem solchen
Trip fressen.
Shelly und Sebastian �ffneten ihre Cabin f�r uns, �ber den ganzen Fussboden verteilt lagen Musher und schliefen und Shelly kochte uns ein gro�es Eintopfgericht. Wieder war ich sehr dankbar f�r ihre Gastfreundschaft. Was w�rde das Rennen ohne sie sein?
