Auf dem Trail - Von Central nach Circle
Central
Um
5.15 habe ich sign-out gemacht, aber dann genau bei meiner Abfahrt
hat meine Headlamp den Geist aufgegeben. Mist und nochmals Mist.
Vor mir ging Kyla Boivin raus, die aber den Outbound Trail nicht
fand. Panisch habe ich nach einer Ersatzheadlamp gesucht, die nicht
gefunden, genauso wenig wie die Ersatzbirnen, Mist Mist, eine dreiviertel
Stunde später um 6 Uhr konnte es dann endlich losgehen. Es
war mächtig kalt, irgend jemand hatte was von -45°C gesabbelt.
Für meine Kurzhaarhunde die echte Grenze. Alle hatten Decken
und Bellywarmer an, dann mit den Booties hat ausser Kopf und Beinen
nix mehr rausgeschaut. Beim Verlassen des Checkpoints dann Catherine
überholt, die vom Trail abkam. Nach einigen Kilometer entlang
der Strasse geht es dann über den Medicine Lake zum Birch Creek.
Auf dem Medicine Lake war es unglaublich kalt, ich musste fortwährend
mitlaufen, oder mit den Skistöcken mithelfen, um nicht zu kalt
zu werden. Die Hunde liefen endlich gut, hatten auch alle gut zum
2. mal getrunken und damit war endlich dieses Dehydration Problem
vom Tisch. Die bevorstehende Etappe war 75 Meilen lang, und wird
meist in 2 runs gemacht, mit einer Pause nach 6 Stunden bei der
Kokrines Cabin. Ich hatte vor meiner Abfahrt lange überlegt
was zu tun ist, ich wusste das Frank Turner die Strecke immer in
ca. 9 Stunden nonstop fährt. Ich hatte so lange runs trainiert.
Die Idee bei so kalten Temperaturen (es hat sich später herausgestellt
es waren minus 48°C) ohne Stroh für 6 Stunden zu rasten
kam mir nicht sinnvoll vor, aber ich wollte auch nicht für
6 Stunden einen Ballen Stroh schleppen. Risiko?
Nur eine Notfallfütterung dabei und 3 mal Snacks habe ich mich
zum Durchfahren der Strecke entschieden, der Schlitten war sehr
leicht und es ging schnell voran. Kurz vor Mittag war ich an der
Kokrines Cabin und die Hunde liefen wirklich gut, hatten auch alle
Snacks gut gefressen. Bei den tiefen Temperaturen würden sie
auf jeden Fall bei einem solchen langen Lauf Gewicht verlieren,
dass war mir klar. Der Trail im Anschluss an den Birch Creek ist
oft sehr punchy und langsam, war aber hart und schnell dieses Jahr,
so dass ich schon um 14.45 in Circle ankam, unter 9 Stunden (sieht
offiziell anders aus, da ich ja schon viel früher sign-out
hatte, aber dann durch die Headlightepisode erst viel später
weg kam). Zu meiner Überraschung war ich plötzlich 4.
in Circle, war mir gar nicht aufgefallen, dass ich mich so weit
nach vorne gearbeitet hatte. Neben mir war wieder Hans Gatt, er
sah nicht so happy aus. Zum Glück konnte er mir grosse Booties
leihen, denn Otto`s Pfoten waren noch immer geschwollen. In Circle
hatten dann einige Hunde “sore wrists“ geschwollene
Gelenke, Micky, Coon, Marmot, aber alles massierbar mit Algyval.
Immer noch war es saukalt, alle Hunde wieder unter meinen “Kinderdecken“
aber schön im warmen, ich war froh die Fahrt gemacht zu haben,
dass hier war eine gute Rast für die Hunde, auch haben alle
wieder gut gefressen.
