Auf dem Trail - Von Angle Creek nach Central
Angel
Creek
Trotzdem
habe ich mich dieses mal an meinen Plan gehalten, nach 6 Stunden
wieder loszufahren und habe um 6.26 morgens den Checkpoint wieder
verlassen, mit nur noch 13 Hunden. Ich hatte einen viel zu vollen
Schlitten, vor allem mit einem ganzen Cooler voll mit Fischsuppe,
die ich den Hunden vor dem Rosebutt Summit geben wollte. Aber der
Versuch war auch wieder erfolglos. Der Rosebutt Summit war steil
und lang aber ohne grosse Probleme oben lag kein Schnee und es war
recht steinig. Auf dem halben Weg nach 101 habe ich noch mal versucht
meine Fischsuppe an die Hunde zu bringen, wieder erfolglos. Aus
Frust die dann weggekippt, alles umsonst über den Summit geschleppt.
Also so konnte das mit dem Fressen nicht weitergehen. Es gab jetzt
nur noch eine Variante, Flucht nach vorne die Hunde hart fahren
und damit hoffentlich hungrig zu machen. Bin dann ohne anzuhalten
nach 101 gefahren dort um 12.23 angekommen und bewusst nicht gleich
gefüttert, hungrig sollen sie werden die Monster. Der Trail
nach 101 war extrem schlecht, eine einzige Eisplatte für die
letzten 2 Meilen, nur wenige Trailmarker, aber wie soll man die
auch ins Eis bekommen. Habe allen Hunden die Booties ausgezogen,
damit sie wenigstens etwas Halt haben.
Mile 101
Obwohl ich eigentlich 6 Stunden in 101 bleiben wollte, habe ich
mich entschieden noch im Tageslicht den Eagle Summit zu fahren und
bin nach nur 4.30 Pause kurz vor 17 Uhr aus Mile 101 wieder weg,
nach nur einer wässrigen Fütterung (die siehe da, auch
alle genommen haben). In Mile 101 habe ich erfahren, dass William
Kleedehn, der Rennfavorit, sich auf der Eisplatte den Oberschenkel
gebrochen hat und damit aus dem Rennen war. Auch kam mir Jack Berry
wieder entgegen, um auch zu scratchen. Wieder ohne Booties bin ich
aus 101 raus, denn die Eisplatte schien weiter zu gehen, war aber
nur halb so schlimm.
Der
Anstieg zum Summit lief besser als erwartet, er ist von dieser Seite
nicht so steil. Oben begrüssten mich dann 2 Fotografen, kam
mir eher unwirklich vor. Die Abfahrt hingegen ist einfach der Hammer,
unglaublich steil, aber zumindest mit sehr gutem harten Schnee zum
Bremsen. Mir ging fast die Kraft aus, bis es endlich flacher wurde
und der Trail etwas schräg nach rechts abbiegt, nicht mehr
ganz so steil, dann ein kurzes Stück mehr oder weniger eben,
bevor es wieder steil bergab geht, schlimmer aber auf diesem Stück
noch mit “sidehill“ also seitlich auch abfallend. Ich
musste zusehen, wie vor mit Frank Turner sich mehrfach überschlug
und dann seinen Schlitten verlor, der führerlos in die Tiefe
rannte, Frank so schnell er konnte hinterher. Unten waren 2 Teams,
in das hintere ist der Schlitten dann mit voller Wucht gefahren,
kam aber zum Stillstand, aber es ging dort immer noch bergab. Ich
habe weiter oben immer wieder versucht anzuhalten, was aber kaum
ging, die Hunde wollten weiter und jeder kleine Ruck und sofort
ging es wieder bergab, habe mich zum Teil auf der Seite liegend
schleifen lassen, um langsamer zu werden. Franks und das 2 Team,
welches Michelle Hopkins gehörte, waren noch immer getangelt
als ich unten ankam, und es war mir nicht möglich anzuhalten,
so sind meine Hunde wieder in die von Michelle gelaufen. Arme Michelle.
So schnell es ging habe ich meine Neck- und Tuglines die am Tangle
beteiligt waren durchgeschnitten und bin dann an beiden Teams vorbei
ins flachere gefahren, dort dann erst einmal alles aussortiert.
Frank und Michelle kamen auch bald, wie es aussah hatte keiner grossen
Schaden genommen, Glück gehabt. Leider hatte ich keine Booties
an den Hunden und musste nun hier alle 13 Hunde booten und auf den
paar Kilometer ohne Booties hat sich Libby einen schweren Riss in
die linke Vorderpfote gezogen, der mir dass ganze Rennen Ärger
bereiten sollte. Otto hatte geschwollene Pfoten, wie auch Herring.
Ausgerechnet die beiden grössten Hunde und ich hatte nur medium
booties, in die die Pfoten nicht mehr gepasst haben. Alles mit Algyval
einmassiert. Frank und Michelle wurden bei meiner Booterei ungeduldig
und haben mich überholt, dann kamen von hinten 2 weitere Gespanne,
aghhh. Verdammt kalt wurde es plötzlich auch, mein Thermometer
ging bis 35° Minus, und der rote Strich war nicht mehr zu sehen.
Dass hiess allen Hunden die Decken anzuziehen, immer mehr Zeit auf
dem Trail verbracht, über eine halbe Stunde. Dafür liefen
die dann wie der Teufel nach Central, habe Marcel und Michelle überholt.
Um die Hunde hungrig zu halten, wieder nicht gesnackt. Der Weg auf
irgend einem Fluss kam mir ewig vor, aber um 20.55 kam ich in Central
an, dort einen guten Parkplatz direkt neben Hans Gatt bekommen.
Marmot
hatte einen leicht geschwollenen Knöchel in der linken Vorderpfote,
Libby`s linke Vorderpfote sah auch nicht gut aus, die von Otto und
Herring waren auch noch geschwollen, alle anderen Hunde waren fit.
Gisela und Dieter waren auch in Central angekommen und haben auf
mich gewartet, helfen dürfen sie mir ja nicht. Ich hatte 2
Cooler im Schlitten, habe beide mit Futter vorbereitet, einen mit
wässrigem Trockenfutter den anderen mit wässrigem Pferdefleisch
und siehe da meine Aushungertaktik hatte gewirkt, zum ersten Mal
wurden beide Cooler leer.
Von unten lagen meine Hunde auf Stroh, und von oben habe ich sie
mit Fleece Decken zugedeckt, damit sie nicht zu viel Wärme
verlieren. Nur Wondar weigerte sich zugedeckt zu werden, und das
sollte auch bis zum Rennende so bleiben, nur wenn ich mich rangeschlichen
habe, während er tief schlief, konnte ich die Decke drüber
legen. In Central bekommen wir Musher ein Steak Dinner, genau danach
war mir zumute. Auch wurde und ein super Haus zum Schlafen zur Verfügung
gestellt, dort lag ich mit Thomas, Michelle und John Schandelmeier
in einem Zimmer, den Wecker auf 3 Uhr gestellt. Vor der Abfahrt
alle Hunde massiert, wieder booties angezogen, Ottos und Herrings
Pfoten haben so gerade in die Medium gepasst, ich brauche unbedingt
einige grosse.
