Schlechter Start gutes Ende (Teil 3)
Um 7.39, nach nur 6 Stunden war ich in Wolverine, noch ca. 58 Meilen vom Ziel, noch immer mit 11 Hunden. Was tun, anhalten, Pause oder weiter. Nee nun nix mehr anhalten, lieber Randy, noch immer 2 Minuten vor mir (so dachte ich), einholen. Schnell neue Snacks einpacken und weiter, so war ich nach 5 Minuten wieder auf dem Trail. Ich snacke nie mehr in Checkpunkten (es sei denn ich bleibe dort einige Stunden, logo), immer kurz danach, so lernen die Hunde dort durchzufahren und laufen nicht mehr so sluggisch los. Wieder haben alle 11 die Snacks gut genommen, Tripe und Herz waren dieses Mal die Favoriten, bei jedem Snacken ist das anders, man muss immer viel Auswahl dabei haben, daher die Berge an Futter im Fooddrop. Ich hatte die Strecke nach Tolsona als furchtbar lang in Erinnerung, aber auch da lief dieses Mal alles ganz gut. Eagle bekam eine sore wrist, aber damit kann man weiterlaufen, immer mal wieder massieren mit Algyval. Der Trail war hart und schnell, typisch um solche Verletzungen hervorzurufen.
Um
kurz nach Elf war ich dann im letzten Checkpunkt, aber wo war Randy,
der war nicht mehr vor mir auf der Liste und überhaupt, ich
glaub mich trifft der Schlag ich bin der 6. im Sign-in, dass kann
nicht wahr sein. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass vor mir so
viele gescratch hatten und ich unaufhörlich so immer weiter
nach oben in der Rangliste kam. Maaike stand auch die Freude ins
Gesicht geschrieben, hüpfend stand sie am Trail. Auch Maaike
hatte 2 Tage fast keinen Schlaf, die Handler fahren fast 1000 km
warten stundenlang auf uns, bleiben dann schweigend bei den Hunden,
mehr als drauf aufpassen dürfen sie nicht, und müssen
dann noch unseren Müll und das Stroh nach der Abfahrt beseitigen.
Warum Maaike das für mich, den sie auch überhaupt nicht
kannte, macht, ist auch wieder die gleiche Frage, wie warum mir
nachts ein Fremder Suppe in die Hand drückt: Die Faszination
des Mushens.
Nach
meiner Feststellung, dass ich 6ter war, war ich gerührt, ich
hatte fast Tränen in den Augen. Total geil ich bin 6. im Copper
Basin. Es waren doch immerhin Brownie, Tang, Herring, Libby, Otto,
Nibbles, Ginger und Domingo zuhause, nun hier 11 Hunde die finishen,
da habe ich eine gute Auswahl fürs Quest, mehr als ich je gedacht
hätte. Nix wie raus mit den Skistöcken, alle Müdigkeit
war weg, und fleißig mitgeholfen. Adrenalin machts möglich
auch ohne Schlaf. Nur hatte ich schon seit Stunden nichts mehr getrunken,
meine Themos war gefroren, auch dass muss ich noch verbessern vorm
Quest. In der Tat waren es noch mal etwas mehr als 3 Stunden bis
zum Ziel, wo ich doch wirklich glatt als 6. reinkam. Die Hunde waren
noch in recht guter Verfassung, alle haben gesnackt, außer
Eman, der war zu müde und Eagles Fußgelenk wurde auch
dicker. Aber das sind Kleinigkeiten, die gut behandelbar sind, der
Reste der Bande (ich lasse die immer alle frei rumlaufen nach einem
langen Run) war fit genug um sich über die Snacks in die Haare
zu bekommen. Yipee nach einem wirklich schlechten Start, war dieses
doch ein gutes Ende. Auf nach Fairbanks zum Fooddrop packen fürs
Quest.
