Leider nicht aufgepaßt
Weihnachten haben wir in sehr internationaler Gesellschaft verbracht
von Schottland über die Schweiz und Deutschland bis nach Frankreich
waren doch einige Länder vertreten. Es gab Turkey, wie es in
Kanada üblich ist, zum Weihnachtsschmaus.
Auch blieb unsere übliche Weihnachtsschneeschmelze nicht aus,
allerdings sind wir sehr sehr glimpflich davon gekommen dieses Jahr,
mit nur einem Tag über Null Grad und der Schnee ist eigentlich
geblieben wie er war.
Zum
Training bin ich leider nach dem Denali Dash so gut wie überhaupt
nicht mehr gekommen, das hatte ich auch befürchtet. Mike und
ich sind viel unterwegs gewesen, die ganzen Zelte, immerhin doch
5, aufzubauen von 37Mile Lake nach Kynocks und nun auch endlich
einmal das Zelt am Beaver Lake. Das letztere war eine rechte Schinderei,
da wir viele Bäume aus dem Trail sägen mußten und
dann die Willows (verdammtes Unkraut) aus den Sümpfen, mehr
oder weniger auf den Knien kriechend mit der Kettensäge. Aber
Zelt ist drin. Oft mußte ich mir von Mike anhören: "you
are really nuts".
Trotzdem hab ich mich nicht von meinem Plan, zum Solstice 100 in
Fairbanks zu fahren, abbringen lassen. Jocelyne konnte dieses Mal
wirklich nicht mit, dazu war zuhause zu viel los.
Bei
Canadian Tire hab ich dann Didier Moggia, einen Französischen
Musher, der bei William Kleedehn (www.yukonexplorer.com)
lebt getroffen und uiiiii da kam mir eine Idee. Hab ihn kurz darauf
angerufen und gefragt, ob er Bock hat mein 2. Team zu fahren, und
er hat eingeschlagen. Noch am 25 Dez schnell einen Trainingsrun
zum 37 Mile See gemacht, damit er die Hunde wenigstens einmal gefahren
ist. Oh Schreck alle 5 Hündinnen sind läufig, mit derm
Ergebnis, daß von den Rüden keiner mehr frißt und
auch sonst nicht mehr viel im Hirn hat. Am 26 sind wir dann morgens
losgefahren und spät nachts in Fairbanks bei Judy Copper, einer
guten Bekannten, die früher im Yukon gelebt hat, angekommen.
Judy hat 3 schöne Cabins (www.earthtonehuskies.com/bb/bb.htm).
Zu allem Überfluß haben die Hunde nun auch noch einen
Virus eingefangen, nicht alle, aber die letzten Tage hatten immer
2 oder 3 Dünnschiß, der nach ca 24 Stunden wieder weg
ging, jeden Tag einige andere Hunde.
Am 27 waren morgens um 9 Uhr das Mushers Meeting am Valley Center
und um 10.15 dann der Start. Zum Glück hatten Didier und ich
hohe Startnummern gezogen, wieder praktisch nebeneinander, er 27,
ich 26 (von 30), sonst hätten wir die Teams nie rechtzeitig
angeschirrt bekommen. Als Team 24 aus der Startchute fuhr, hatte
ich noch keinen Hund an der Gangline....... 4 Minutes to go....,
da wird es hektisch.
Im
Mushers Meeting hieß es, daß wir keinen Overflow haben,
aber als ich bei der Jenny M Brücke um die Ecke kam, standen
vor mir 4 Teams im Schneematsch. Mist und ich keine Bremsmatte unten,
aber ehe ich mich versehen konnte, hat Tang die Bande quer diagonal
durch den Overflow an den anderen Gespannen vorbei geführt,
nicht ohne Fluche der anderen: (Jack Berry "what the f----
are you doing ??, aber nicht echt böse gemeint zumindest haben
wir nachher in der Angel Creek Lodge beim Bier drüber gelacht).
Danach ging der Trail über den sogenannten Jenny M Hill, sehr
eng, überholen war fast unmöglich, leider doch einige
sehr langsame Teams vor uns, Jack und ich wurden dann doch ungeduldig
und haben uns an so eingen vorbeigequetscht. Die Hunde liefen eigentlich
ganz gut, ca 11 Meilen die Stunde. Ich hatte verstanden, daß
es 50 Meilen hin und 50 Meilen zurück sind, also hätte
ich nach 4 Stunden 30 Minuten in Angel Creek sein müssen, nachdem
bei 5 Stunden noch immer kein Anzeichen vom Checkpunkt kam, bekam
ich langsam Zweifel ob ich nicht glatt vorbei gefahren bin, andere
Musher hatte ich auch schon ewig nicht gesehen. Nach 5.15 (das wären
ja 9 Meilen die Stunde) dachte ich mir, das gibt es nicht..... DU
bist falsch, also angehalten, umgedreht, zurück. Nach ca 10
Minuten kam mir Hugh Neff engegen,
wieder mit dem ähnlichen Kommentar "what are you doing
???", das hab ich mich in dem Moment auch gefragt. Verdammter
Mist. Team wieder umgedreht, ihm nachgefahren, bzw dann doch wieder
überholt. Und nein, ich wollte es nicht glauben, 5 Minuten
nach der Stelle wo ich umgedreht hatte, waren wir in Angel Creek,
kam mir vor wie ein furchtbarer Anfänger. Im Checkpunkt dann
die Aufklärung, dass es ca 65 Meilen waren, nicht 50, damit
waren die 5.28 Minuten inclusive 20 MInuten Umweg doch nicht so
schlecht. Nach 4 Stunden Pause ging es dann wieder zurück.
Nach nur wenigen Meilen im Dunkeln ist dann meine Headlamp (wie
auch im letzten Rennen) ausgestiegen. Wieder schwer geflucht. Der
Rückweg ging anders als der Hinweg und man mußte nach
ca 25 Meilen vom Haupttrail sich rechts halten. Obwohl ich das wußte
ist es mir doch glatt gelungen an der Abzweigung wieder vorbei zu
fahren, hatte im dunkeln die Marker nicht richtig gesehen. Also
wieder umgedreht, genau als ich zur Abzweigung kam, kam mir wieder
Jack Berry entgegen. An Rennen fahren war eh nicht mehr zu denken,
also bin ich dann die letzten 10 Meilen seiner Headlamp zur Zielline
gefolgt, als 11. dort angekommen (Ergebnisse hier: www.trdma.org/solstice
100.html), zugegebener Massen, nicht ganz meine Erwartungen
erfüllt.
Didier
kam als 21. an, Judy (wird 65) hat bis Nachts auf uns gewartet,
um uns beim Abschirren etc. zu helfen, es war 1.30 als Didier ankam.
Ohne Judys Hilfe hätten wir sowohl am Start als auch im Checkpoint
ein großes Problem gehabt, denn wie immer hatte ich keinen
Handler dabei.
Die Hunde sind alle gut gelaufen, ich hatte Ginger gedroppt, Ihre
Läufigkeit ging mir zu sehr auf den Nerv. Freak in Didiers
Team hat wieder "Sore wrists" gehabt, bisher bei jedem
langen Lauf. Didier spricht nur Französisch, so war das ein
lehrreiches Wochenende für mich......, aber auch ansonsten
kennt er viele kleine Tricks und Kniffe, so glaube ich habe ich
mehr von ihm, als er von mir lernen können.
Kurz vor unserer Rückreise haben wir dann noch bei Cold Spot
Feed angehalten, ich nenne es immer das Musher Paradies, ein Laden
der einfach alles für den Hundesport hat...., eine Megaauswahl,
viele Kleinigkeiten die mir noch fürs Quest gefehlt hatten,
konnte ich dort auf einen Schlag erledigen.
Nach dem Copper Basin (www.cb300.com)
werde ich nach Fairbanks kommen um einige Dinge für das Quest
zu erledigen.
Ein gutes Neues Jahr Euch allen, Sab, Joc und Team.
