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Das 2. Rennen der Saison

Kaum zu glauben, sitzen doch Jocelyne und ich beide im Truck auf dem Weg nach Alaska zum Denali 120 Rennen. Nicht nur daß wir echt mal gemeinsam wegfahren können, sondern auch daß Jocelyne tatsächlich mit auf einen Rennen geht, nicht zum zuschauen, zum selbst fahren.

John Schandelmeier ist der Organisator und hat sich mit nur 7 Hunden, kompletter Selbstversorgung (keine Fooddrops) und 120 Meilen auf dem bergigen Denali Highway ein recht ungewöhnliches Rennformat ausgedacht.
Auf der Hinfahrt haben wir im Truck übernachtet, kurz in Tok angehalten. Dort hat sich ein Tierartzt Tang angeschaut, eigentlich wegen Ihrem Frostbite, dort aber auch festgestellt, daß sie eine gezerrte Archillissehne hat, gar nicht gut, immerhin ist sie eigentlich mein wichtigster Leithund.
Wir sind ca 18Uhr in Meiers Lake angekommen. Sehr zu unserer Überraschung gab es noch wunderschöne Motelzimmer. Beim Startnummern ziehen haben wir Nr 37 und 38 gezogen, nicht nur praktisch genau nebeneinander, was das Anschirren einfacher macht, sondern auch unser Truck stand schon per Zufall fast in der richtigen Startposition. 40 Teams waren insgesamt am Start. Die Rennatmoshäre begeistert mich immer wieder, eine solche Ansammlung von Hundenarren auf einem Haufen.

Der Start war für 10 Uhr Samstag Morgen vorgesehen, bei unseren hohen Startnummern hieß daß für uns um ca 11.20, denn jedes Team startet in 2 Minuten Intervallen. Wie meistens fahren viele Musher extrem schnell los, so wurden wir auch beide gleich noch überholt. Der Trail führt für 17 Meilen über einige Sümpfe und den Paxon Lake bis nach Paxon, dort dann Richtung Westen immer auf dem Denali Highway entlang, für weitere 42 Meilen bis zum MacLaren River (und der dortigen Lodge). Sehr zu meiner Überraschung fing ich auf dem Denali Highway an doch recht viele Teams zu überholen, vorallem Bergauf. Nach 6 Stunden 14 Minuten haben die Checker die Uhr gestoppt, was den 4. Platz bedeutete. Jocelyne kam nach 7 Stunden 24 Minuten an, auf Position 20. Der Trail war extrem schnell und hart, was unsere Hunde kaum gewohnt sind.
Da der Restart erst am folgenden Morgen um 10 Uhr war, blieb den Hunden viel Zeit zu Erholung und uns viel Zeit sie immer wieder zu massieren, das beste Gegenmittel gegen steife Muskeln. In der Lodge gab es super Essen, sogar Zimmer für uns alle, ein echter Luxus für ein Rennen, wo man sonst immer neben jemand laut schnarchenden liegt, den man gar nicht kennt. Auf dem Rückweg ging das schnellste Team zuerst raus, demzufolge ich also in 4. Position. Da doch einige Musher von denen ich glaubte sie seien schneller als ich, hinter mir waren, hab ich mich anfangs ständig umgeschaut. Plötzlich waren 3 Teams in Sichtweite.......ach Du Schreck, dann mal lieber den Hunden durch mitpedalen helfen wo es nur geht. 2 Teams konnte ich so wieder abschütteln, nur John Little blieb an meinen Versen und wir beide sind bis zum Ziel immer in Sichtweite (ca 3 Minuten Abstand) gefahren, wo ich meinen 4 Platz doch glatt halten konnte. Noch zufriedener war ich über die Zeit, mit nur 5 Stunden 51 Minuten verdammt gut für nur 7 Hunde und 60 Meilen. Ken Anderson wurde insgesamt erster, hier die Zeiten: sleddogcentral

Jocelyne kam als 21 ins Ziel und Ihr hat das Rennen fahren sogar viel Spaß gemacht. Alle unsere 14 Hunde sind ohne Verletzungen, auch Tang, die ich Jocelyne als Leithund gegeben hatte. Das Rennen war super organisiert, auch ohne Riesen Aufwand, fast eine echte one man show von John Schandelmeier und einigen Freunden. Selten ein so musherfreundliches Rennen gesehen. Die Preisverleihung lief auch sehr informell ab, ohne die sonstigen Predigten. Wir ersten 5 bekamen Preisgelder alle anderen nützliche Sachpreise, niemand ging mit leeren Händen aus. Zu meiner großen Freude habe ich auch noch den "Vet`s Choice" (Preis von den Tierärtzten vergeben) award bekommen, wahrscheinlich für die zahllosen Stunden die ich nachts Hunde massiert habe.

Alles in allem war das wieder ein super Wochenende........., die Monster sitzen wieder zuhause in den Hütten, morgen gehen Mike und ich zum Braeburn Camp, Zelte aufbauen, Mike mit Skidoo, ich mit den Hunden, zu viel Pause ist nicht gut.

Auf dem Trail
Braeburn - Whitehorse
Carmacks - Braeburn
Pelly Crossing - Carmacks
Stepping Stone - Pelly Crossing
Steward River - Stepping Stone
Dawson - Steward River
40 Mile - Dawson
Eagle - 40 Mile
Slavens Cabin - Eagle
Circle - Slavens Cabin
Central - Circle
Angle Creek - Central
Fairbanks - Angle Creek

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