Ein B�ffel zuviel ...
Die
letzte Woche habe ich mit Vorbereitungen für das Great Slave
200 Rennen verbracht. Die Hunde hatten Trainingspause für 5
Tage vor dem Rennen. Da man im Rennen keine Zeit zum Zerhacken von
Fleisch hat, muß vorher alles in kleine Stückchen "maulgerecht"
gesägt werden, 7 Stunden stand ich draußen an der Tischkreissäge
und habe von Lachsen über Pansen bis zu Schweinefett alles
in kleine Brocken gesägt und dann eingetütet. Das gleiche
mit dem Trockenfutter und Fett, alles immer portionsweise in Ziplocks
Bags verpackt. Dann die ganze Ausrüstung im Truck verstaut,
da sinnigerweise die Rennschlitten noch in Whitehorse waren, noch
ein Quicktrip dorthin (900 km hin und her in einem Tag).
Ich
hatte niemandem dem ich mein berüchtigtes "ABFAHRT"
hätte sagen können, außer den 20 Hunden. Am Mittwoch
den 19 Nov bin ich dann von hier nach Fort Nelson gefahren zum Terry
Streeper, dort einen Anhänger gelassen zum Fleischholen auf
dem Rückweg. Vor der Greyhoundstation dann ca. 8 Stunden im
Truck geschlafen, Donnerstag morgen um 3 Uhr kam dann Martin Jahr
aus Haines Junction dort an und unsere Reise ging auf dem Liart
Highway Richtung Norden, erstaunlich unproblematisch waren wir schon
am frühen Nachmittag in Fort Providence, dort im Snowshoe Inn
ein Zimmer genommen. Die Macakenzie Fähre konnte schon wegen
Niedrigwasser immer nur einen Truck at a time mitnehmen, wir haben
schwer gehofft, daß die nicht genau den Betrieb einstellt,
während wir noch auf der "falschen" Seite sitzen.
Am Freitag morgen dann noch mal 160 km zur alten Winter Road nach Lac La Matre gefahren, dort war der Rennstart. Leider nur 5 Teams anwesend, zum einen ist es noch sehr sehr früh für einen 200 Meiler, zum anderen Yellowknife auch nicht gerade um die Ecke, und die Möglichkeit, daß der Fährbetrieb eingestellt werden kann, wird auch so einigen Angst gemacht haben. Sam Perrino, Marcel Marin, seine Frau Rachel, Martin und ich waren dann um 13 Uhr zum Start bereit. Als Race Vet war Rick Long aus Edmonton gekommen. Das Wetter war ideal, wenn auch kälter als angesagt.
In
5 Minuten Abständen sind wir gestartet ich als letzter. Der
Trail ging 34 Meilen zu einem Checkpunkt, dann den gleichen Weg
zurück. Am "Start -Ziel" war der Fooddrop.
Das ganze 3 Mal. Nach der ersten "Runde = 68 Meilen (108 km)"
eine 3 Stunden Zwangspause, nach der zweiten Runde 6 Stunden.
Der Trail hat mich sehr an die Pipeline von Haines Junction nach
Silver City erinnert, leicht auf und ab mit einigen steileren Anstiegen.
Auf den ersten 68 Meilen liefen die Hunde erwartungsgemäß
gut, haben auch alle Snacks am Halbwegespunkt gut gefressen, sowie
die Mahlzeit am Checkpoint. In 6 Stunden und 48 Minuten genau einen
Schnitt von 10 Meilen die Stunde. Martin war einige Minute später.
Die zweite Runde, nachts, Abfahrt um 23 Uhr, war gelinde gesagt,
SAUKALT, bzw. meine Ausrüstung völlig falsch. Erstens
war meine Hose direkt am Start kaputt gegangen, ein Reisverschluss
an der Seite komplett aufgegangen, verdammter neumodischer Fummel.
Rachels Vater, hat mir netter Weise seine Caribou Hose geliehen,
die ich über Martins leider viel zu kleiner Carhard hatte.
Als Jacke wollte ich eine Northern Outfitters ausprobieren, die
hatte jedoch keinen Furruff, was sich böse rächen sollte.
Immer den kalten Fahrtwind im Gesicht bei 35° Minus. Dann hatte
ich die falschen Handschuhe mit, zum Glück aber meine Bieberhandschuhe
im Fooddrop (bei Runde 3 dann dabei). Die zweite Runde lief hundemäßig
auch gut, alle in einem soliden Trab, war ich nach 6 Stunden und
42 Minuten wieder am Checkpunkt, 3 Minuten schneller als zuvor,
also wieder 10 Meilen die Stunde, damit war ich sehr zufrieden nach
136 Meilen Gesamtstrecke. Die ganze Nacht habe die Nordlichter über
uns getanzt, zumeist konnte man ohne Headlamp fahren.
Martin kam nicht sehr glücklich in den Checkpunkt und wollte sofort scratchen. Wegen der Kälte, der Hunde, die seiner Meinung nach zu langsam waren und wohl zumeist weil er mental einfach nicht auf das vorbereitet war, was ihn erwartet hat. Kam mir von meinen ersten Rennen sehr bekannt vor. Aber nachdem er sich dann erst mal mit den Hunden beschäftigt hatte, und dann zu uns ans Feuer kam, haben wir ihn überredet, daß ich auf ihn warte und wir dann gemeinsam die letzte 68 Meilen Runde fahren. Rachel hatte bereits gescratcht, so waren es nur noch wir 4.
Auf zur 3 Runde ca. 13 Uhr in herrlichem Sonnenschein, und mit 26° minus auch bedeutend wärmer. Marcel war ca. 20 Minuten vor Sam gestartet, dann 5 Minuten später Martin und ich. Die Hunde sind nach mehr als 6 Stunden Pause zum Teil doch etwas steif und es braucht erst einige km bis die sich wieder einlaufen. Wondar hatte leicht gehumpelt, den hatte ich gedropped und dann noch 9 dabei. Macel 7. Sam 7 und Martin 8. Mit den Plänen, die sich bei mir ja bekannter Weise immer ändern, war auch dieses wenigstens wieder verlässlich. Die Hunde fingen an so gut zu laufen, daß ich einfach nicht mehr auf Martin warten wollte, vielleicht hole ich ja noch wenigsten Sam ein. Die letzte Runde sollte ein traumhafter Lauf werden, bei der ich nicht nur Sam sondern auch noch Marcel einhole und dann doch glatt als erster (ist mir noch nie passiert) über die Ziellinie komme, in noch unglaublicheren 6 Stunden und 20 Minuten für die Letzte Rund, das waren fast 11 Meilen die Stunde. Alle haben auch nach dem Run gut gefressen, war sehr sehr zufrieden damit. Marcel wurde 2., Sam 3. und Martin hat dann doch noch als 4. das Rennen beendet.
Leider
mußten wir aufbrechen, um noch die Mackenzie Fähre zu
bekommen. Auf der Fahrt dorthin, war dann plötzlich der Highway
voller Büffel, überall, auf der Straße im Graben,
da gab es kein Ausweichen mehr. Bang einen erwischt, die ganze rechte
Seite vom Truck eingedrückt, na so ein Mist. Haben uns
noch nicht mal getraut richtig auszusteigen, alles voll, überall
Büffel. Auf der Fähre dann den Schaden begutachtet, well
der schöne Crewcab ist wohl nun ein offizieller Hundetruck
geworden, brauche mich nun auch nicht mehr ärgern wenn die
Hunde daran hochspringen. Denn Sonntag dann damit verbracht nach
Fort Nelson zu fahren, dort habe ich die Nacht bei Terry Streeper
verbracht, Fleisch eingeladen und dann am Montag den 24 zurück
nach Watson Lake gefahren. Wieder Büffel auf der Straße,
auch 4 Elche, einige Caribous und Sheep aber habe es fertig gebracht
drumrum zu fahren.
Die Hunde liegen nun in ihren Hütten, allerdings recht fit,
die meisten drehen schon wieder fragend Ihre Runden:. "Na Meister
wann geht’s weiter". Nur Mickey (mal gerade 18 Monate
alt) und Nibbels brauchen noch etwas Pause, da müssen einiger
Fisher an den Füßen erst verheilen. Werde mir nun einen
neuen Trainigstrail suchen und weiter trainieren, lange stetige
Runs scheinen ihnen gut zu bekommen.
